Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 24. Mai 2019

Ausgabe vom 22. November 2005

Frauen machen sich für Frauen stark Protestaktion gegen kommende Kürzungen für das Autonome Frauenhaus

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Zwölf Frauen solidarisieren sich mit dem Autonomen Frauenhaus und protestieren gegen die Kürzungen. ; Foto: M. S. Niemann

"Verleih nix, verschenk nix, spende fix" heißt das Motto der neuen Kampagne vom Autonomen Frauenhaus, für die sich ehemalige Frauenhausbewohnerinnen sowie prominente Vertreter-
innen wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm oder Schauspielerin Antje Birnbaum stark machen. Hintergrund sind die Kürzungen der städtischen Zuschüsse für das Frauenhaus, die ab Januar 2006 in Kraft treten und mit 45.000 Euro weniger zu Buche schlagen. "Wir sehen unsere Arbeit dadurch gefährdet", erklärt Anke Kock vom Verein "Frauen helfen Frauen e. V". Es werde zwar keine Personalreduzierung geben, doch die Arbeitszeit der Einzelnen werden gekürzt. Auch bei der Nachbetreuung von Frauenhaus-Bewohnerinnen müsse ab 2006 gespart werden. Serife Yesilcicek, Malerin und Ex-Frauenhausbewohnerin, berichtet unter Tränen, wie sie Opfer ihres Mannes wurde und im Frauenhaus Zuflucht und Hilfe fand. "Diese Einrichtung ist wichtig für Frauen", so Yesilcicek. Ihr zustimmend ergänzt Manuela Borchert aus Bad Segeberg, die dort den Tipp bekam, ins Lübecker Frauenhaus zu gehen: "Ich bin mit meinem drei Kindern vor der Gewalt meines Mannes hierher geflohen". An das Bewusstsein der Bevölkerung und Politik für die Wichtigkeit des Hauses appelliert Gabriele Hiller-Ohm, die selbst seit 1978 Mitglied im Verein "Frauen helfen Frauen" ist und so misshandelten Frauen helfen will.

Infos zu Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche gegen Männergewalt lesen Sie auf Seite 4.

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