Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 12. Januar 2010

Der Winter hat Lübeck fest im Griff

Schwierigkeiten beim Entleeren von Abfalltonnen - Vorsicht bei Eisflächen

Die Hansestadt bibberte und zitterte vorige Woche, ein Sturmtief brachte am Wochenende zudem Chaos. Meteorologen erwarten die nächste Kältewelle.

So schön die weiße Pracht vielerorts auch anzuschauen ist, so problematisch ist sie allerdings auch. Das fängt bei dem Festfrieren der Inhalte in Abfalltonnen an. Ein echtes Problem, wie Cornelia Tews von den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL) aufzeigt: "Gerade der Abfall in Biotonnen ist in der Regel feucht, es bildet sich bei Minusgraden ein großer Klumpen, den die Müllabfuhr so nicht entsorgen kann". Die Tonnen müssten dann ungeleert wieder zurückgestellt werden. "In diesem Fall können wir nur um Verständnis bitten - das ist höhere Gewalt". Tews gibt aber Tipps, um das Festfrieren von Tonneninhalten zu vermeiden: "Wenn eine Garage oder ein Carport vorhanden ist, die Tonnen dort unterstellen. Die Inhalte vor dem Abfuhrtag auflockern, am besten den Behälterboden mit Zeitungspapier auslegen, so wird Feuchtigkeit aufgesaugt. Bioabfälle trocken in die Biotonne werfen und feuchte Küchenabfälle in Zeitungspapier oder Küchenkrepp einschlagen". Das Festfrieren an der Tonnenwand würden zudem Holzhäcksel und Sägespäne von unbehandeltem Holz in der Biotonne verhindern. Tews bittet weiterhin darum, die Zuwege zu den Abfalltonnen von Schnee und Eis zu befreien und abzustumpfen. Nachentleerungen von Tonnen werden übrigens nur kostenpflichtig und auf schriftlichen Antrag vorgenommen. Infos dazu gibt es unter der EBL-Hotline 01803/68 00 70 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, mobil abweichend).

Die Kameraden von der Feuerwehr sind auch im Winter Retter in der Not. Doch wenn es in einem Haus brennt und draußen alles von Schnee und Eis bedeckt ist, haben die Feuerwehrleute Probleme. Feuerwehrsprechersprecher Michael Utech fordert darum die Hausbesitzer und Anwohner auf, die Hydranten und die Hinweisschilder von Eis und Schnee zu befreien. "Damit wird auch vermieden, dass unbeabsichtigt auf einem mit Schnee oder Eis bedeckten Unterflurhydranten abgestellte Fahrzeuge zeitaufwendig wieder entfernt werden müssen", so Utech.

Ein anderes Problem stellen eingefrorene Wasserleitungen dar. Utech warnt davor, sie mit offenem Feuer oder Lötlampen auftauen zu wollen. "Das ist bodenloser Leichtsinn. Das Feuer kann schnell außer Kontrolle geraten und ein Totalverlust eines Hauses bedeuten". Hier einige Tipps: Wasserleitungen außerhalb der Gebäude entleeren; Auftauen eingefrorener Wasserleitungen im Hause sollte niemals mit offener Flamme erfolgen - durch die stake Hitzeentwicklung kann es zu Bränden oder Schwelbränden in der Isolation, in Hohlräumen oder in benachbarten Räumen kommen; Vorsicht ist auch beim Einsatz elektronischer Auftaugeräte geboten, wenn an oder nahe bei der Leitung brennbares Material liegt; gegebenenfalls zum Auftauen der Leitungen einen Fön oder Tücher, die in heißes Wasser getaucht werden, verwenden.

Utech warnt zudem vor einem Wintervergnügen, das schnell in einer Rettungsaktion münden kann: dem Betreten von Eisflächen. "Der letzte dramatische Fall eines Einbruchs liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, dennoch ist es gefährlich, Flüsse und Seen zu betreten". Für den Ernstfall probten die Kameraden vor einigen Tagen die Rettung von ins Eis eingebrochenen Personen an der Moltkebrücke.

Eisflächen werden von der Feuerwehr generell nicht mehr freigegeben. Gefährlich kann aber vor allem das Betreten der Wakenitz sein, da hier Unterströmungen herrschen. Aus diesem Grund wird es in Lübeck künftig kein "Wakenitzvergnügen" - wie in Hamburg das "Alstervergnügen" - geben. "Die Idee ist schön", so Doris Annette Schütz von der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM). "Es gibt für so eine witterungsabhängige Openair-Veranstaltung leider keine Planungssicherheit, da auch die Sicherheit der Besucher

auf dem Eis jederzeit gewährleistet sein muss", so Schütz weiter. msn

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