Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Dezember 2005

Museumswelt geht ins Ungewisse

FDP

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Autorin: Dr. Michaela Blunk

V.i.S.d.P.: Dr. Michaela Blunk

Frau Borns hat mit Hilfe eines einzelnen forschen CDU-Protagonisten eine Museumsorganisation durchgezogen, die sie heute vermutlich selbst nicht mehr erkennt. Statt mehr Qualität durch konzentrierten Kompetenz- und Mitteleinsatz entstanden neue Gremien mit durchwachsener Besetzung. Beispielhaft für die Fragwürdigkeit des Vorgehens waren zum Schluss wegweisende Umbenennungen: z.B. "Stiftungsbeirat" in "Beirat der Stiftung". Dem uneigennützig zielstrebigen und von der Senatorin gewollten "Imperator" wurde auf dem Papier scheinbar ein bisschen Macht genommen. Und als demokratisches Sahnehäubchen teilten sich SPD und CDU die Sitze in dem politisch dominierten Gremium. Die C "D" U verweigerte der FDP einen Platz (unter Wahrung ihrer Mehrheit!) mit dem schlagenden Argument: "Die FDP ist ja gegen die Umorganisation!" Wie von seiner Fraktion gewohnt: "Kusch, kusch, ins Körbchen!" Selbst die Beraterfirma, die die Stiftung befürwortete, kritisierte, dass die Zuständigkeitsbereiche nicht vor dem Bürgerschaftsbeschluss verteilt wurden. Die teilamputierten Museumsleitungen müssen jetzt für das Wohl ihres jeweiligen Hauses kämpfen. Nachdem die Probezeit von 5 auf 10 Jahre verlängert wurde, bleibt die FDP bei ihrer Befürchtung, dass sich bei Neubesetzungen nur noch die zweite Garnitur für Lübeck interessieren wird. Wenn dann auch noch die "Hansewelt" verwirklicht wird, geht unsere trotz der unleugbaren Schwächen international bewunderte Museumswelt wirklich dunklen Zeiten entgegen. Die meisten - auch von den Liberalen geforderten Verbesserungen - hätten bei guter Unterstützung durch den Fachbereich auch auf anderen Wegen erreicht werden können. Mehr Einfluss für noch so engagierte Laien aus Förderkreisen und Politik garantieren keine bessere Qualität, sondern diente lediglich als Lockmittel. Zum Wohle unserer Stadt sowie ihrer Bewohner und Besucher hoffe ich, dass die Zweifel und Sorgen der FDP sich als unnötig erweisen.

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