Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 13. Dezember 2005

Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk

Wirtschaftsminister Austermann brachte Förderbescheid für Seelandkai

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Minister Dietrich Austermann machte sich mit Bernd Saxe nach bergabe des Förderbescheides selbst ein Bild ber die fortschreitenden Baumaßnahmen am Seelandkai.; Foto: msn

Über ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk freute sich vergangenen Donnerstag Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): Er erhielt von Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) einen Scheck von 6,22 Millionen Euro für den Ausbau des Seelandkais. Das Geld stammt aus dem EU-Förderprogramm EFRE - Europäischer Fond für regionale Entwicklung. Für Saxe ist diese Zuwendung eine "Liebeserklärung auf Beamtendeutsch". Austermann betonte, er bringe gerne Geld in die Hansestadt: "Die Region Lübeck gehört zu den Leistungsträgern für Schleswig-Holstein". In diesem Jahr brachte der Minister elf Millionen Euro Fördergelder, die 50 Millionen Euro Investitionen auslösten.

Die Unterstützung für den Hafen erklärte Austermann so: "Der Hafen in Lübeck brummt. Die Hafengesellschaft hat erfolgreich zusätzliche Ladung akquiriert. Allein mit dem jüngsten Investitionsvorhaben, dem ConRo-Terminal werden 27 neue Arbeitsplätze entstehen". Bei der Übergabe des Fördermittelbescheides wies er auf die Bedeutung der Häfen für die deutschen Exporte hin: Über sie würden 25 Prozent des Außenhandels abwickelt. Das zeige, wie wichtig Investitionen in Häfen seien. Lübeck als größter deutscher Ostseehafen nehme dabei eine herausragende Stellung ein.

Dass mit der Bereitstellung der Mittel die landespolitische Bedeutung des Lübecker Hafens unterstrichen werde, betonte Saxe bei der Übergabe des Bescheides. Er verdeutlichte, wie wichtig das Regionalprogramm 2000 für Lübeck ist: Die seit 2001 bis jetzt bewilligten Fördermittel in Höhe von rund 57 Millionen Euro für den Standort Lübeck haben insgesamt Investitionen in Höhe von gut 123 Millionen Euro ausgelöst. "Ohne EU-Mittel wäre der Hafenausbau in der jetzigen Größenordnung undenkbar", betonte der Verwaltungschef.

Der Seelandkai, auf einer rund 20 Hektar großen Fläche der früheren Flenderwerft gelegen, wird derzeit zu einem leistungsfähigen Hafen für ConRo-Verkehre ausgebaut. Bauherren der rund 27 Millionen Euro teuren Baumaßnahme sind die Hansestadt Lübeck und die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG). Das Terminal wird zum Frühjahr 2006 seinen Betrieb aufnehmen.

Der ConRo-Liegeplatz ist für Schiffe von rund 205 Meter Länge ausgelegt und mit einer festen RoRo-Rampe am westlichen Ende versehen. Die Kaimauer besteht aus einer Spundwand mit dahinterliegenden Ortbetonrammpfählen und einem Betonholm für die wasserseitige Kranbahnschiene. Die landseitige Kranbahnschiene wird auf einem Kranbahnbalken, der auf Ortbetonrammpfählen gegründet ist, montiert. Die Spurweite beträgt 18 Meter für die für Containerumschlag üblichen Containerbrücken. Der zweite Liegeplatz erhält einen rund 200 Meter langen Dalbensteg und ebenfalls eine feste RoRo-Rampe. Der dritte Liegeplatz mit rund 150 Meter Länge entsteht an dem vorhandenen ehemaligen Werftausrüstekai. In dieser Baustufe werden rund sieben Hektar Terminalfläche befestigt und 1000 Meter Gleise für den Weitertransport der Güter per Bahn verlegt. Das Gate mit den Abfertigungsanlagen und dem Sozialgebäude entsteht zwischen der Seelandstraße und dem Hafenbahngleis.

Für den Ausbau des Seelandkais werden von der Hansestadt Lübeck und der LHG in der aktuellen Baustufe rund 18,8 Millionen Euro in die Infrastruktur (überwiegend Kaianlagen für drei Schiffsliegeplätze, Flächenbefestigung, Gleisanlagen für den kombinierten Verkehr) sowie 8,5 Millionen Euro in die Suprastruktur investiert. Nach Inbetriebnahme werden bis zu 100 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen. Die EU-Mittel werden für 40 Prozent der förderfähigen Kosten (Infrastruktur) in Höhe von 15,55 Millionen Euro gezahlt. Somit liegt der Eigenanteil der Stadt an der Gesamtinvestition bei 12,47 Millionen Euro.

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