Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ausgabe vom 10. Januar 2006

Zum Neujahrsempfang gebeten

Handwerkskammer: Politik auf nach wie vor schwierige Situation hingewiesen

Die Lübecker Handwerkskammer begann das neue Jahr traditionell mit ihrem Neujahrsempfang: Viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden waren der Einladung gefolgt, darunter auch Dr. Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Fast ausnahmslos zugegen waren auch die politischen Führungskräfte der Hansestadt und bestätigten damit die für sie außerordentliche Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges. Nach seinen Begrüßungsworten stellte Kreishandwerksmeister Hans Falkenhagen unmissverständlich dar, in welch schwieriger Lage sich der Handwerksbereich nach wie vor befindet. Nicht zuletzt wegen der dramatischen Situation der öffentlichen Haushalte, die direkte Auswirkungen auf die Auftragsvergabe hat. 1,4 Billionen Euro öffentliche Schulden belasten Deutschland. Für jeden Schleswig-Holsteiner hat der Staat rein statistisch 18.000 Euro aufgenommen. Selbst Kammerpräsident Horst Kruse überbrachte kaum bessere Nachrichten: Die Aufträge sind um 2,4 Prozent gesunken, der Umsatz um ein Prozent. Mit der geplanten Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 um drei Prozent werde seiner Ansicht nach die Schwarzarbeit zusätzlich steigen. Er appellierte an die Bundesregierung, die Steuererhöhung zumindest zu verschieben. Aber wie der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Rainer Wend ausführte, hat die neue Bundesregierung immerhin einen Vorschlag der Handwerkskammern in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Demnach soll eine Evaluierung der seit Jahresbeginn 2004 in Kraft getretenen Novelle der Handwerksordnung zeigen, ob und welche Korrekturen vorgenommen werden müssen. Mit einer grundsätzlichen Rückkehr zur Meisterpflicht ist jedoch keinesfalls zu rechnen. Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Haushalt sollen künftig steuerlich absetzbar sein.

Weitere Schwerpunkte der Wirtschaftspolitik seien ein 25 Milliarden Investitionsprogramm, die Neuregelung der Erbschaftssteuer, die Gleichstellung von Kapital- und Personengesellschaften sowie ein Bürokratieabbau. RB

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