Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 17. November 2018

Ausgabe vom 02. Mai 2006

Deutlicher Zuspruch für Blankensee

Delegation des nordwestmecklenburgischen Kreistages lobt Flughafen-Ausbau

Hochrangiger Besuch weilte vergangenen Dienstag im Lübecker Rathaus: Eine Delegation aus Mitgliedern des Wirtschafts- und Umweltausschusses des NWM-Kreistages mit Erhard Bräunig (SPD), Landrat von Nordwestmecklenburg (NWM). Gemeinsam mit Stadtpräsident Peter Sünnenwold (CDU), Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und stellvertretender Wirtschaftssenator Thorsten Geißler (CDU) informierte sich die Delegation in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Landwirtschaft und des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt des nordwestmecklenburgischen Kreistages über den Lübecker Flughafen und den geplanten Ausbau.

Historische Runde

Als "historische Runde" bezeichnet Bernd Saxe die Zusammenkunft. "Wir wollen eine regionale Zusammenarbeit in Sachen Flughafen, in der jeder seine Interessen vertreten kann", so Saxe. Landrat Bräunig lobte, dass der Nachbarkreis in das neue Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Flughafens mit einbezogen werde. "Wir verstehen uns als Region Lübeck und sehen Chancen, eine Wirtschaftsregion neben Hamburg zu entwickeln". Bräunig, Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt, Raimar von Böhl, und Heiner Wilms, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, stellten sich zweifelsfrei hinter den Ausbau des Lübecker Flughafens.

Es müsse allerdings ein Mittelweg zwischen der Schaffung von Arbeitsplätzen und angenehmen Wohnumfeld gefunden werden. Kritik äußerte Erhard Huzel, Bürgermeister von Lüdersdorf: "Die Lärmbelästigung wird verharmlost." Er fordere ein generelles Nachtflugverbot von 0 bis 6 Uhr und ein begrenztes Verbot von 22 bis 24 Uhr sowie im Planfeststellungsverfahren.

"Freiwillig können wir nicht auf Nachtflüge verzichten", sagte Matthias Seidenstücker, Flughafen-Geschäftsführer. Flugzeuge müssten abends landen, um am nächsten Morgen wieder starten zu können. Potential für "befürchteten" Frachtflugverkehr in Lübeck sehe er aber nicht. Auch solle ein Lärmschutzgutachten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erstellt werden. Seidenstücker betonte, dass der neuseeländische Investor, seit Dezember 2005 Mehrheitseigner von 90 Prozent am Lübecker Flughafen, "einen langen Atem" habe und im Flughafen großes Potential sehe, um langfristig zu investieren. "Um schwarze Zahlen zu schreiben, müssen die Passagierzahlen erhöht werden", so der Flughafen-Chef. Doch hierzu sei der Flughafenausbau vonnöten.

Im Jahr 2005 verzeichnete der Flughafen rund 700.000 Besucher, als Ziel nannte er vier bis sechs Millionen Passagiere jährlich.

Doch zunächst muss das neue Planfeststellungsverfahren, das "alte" scheiterte im Juli vergangenen Jahres durch eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Schleswig, eingereicht werden. "Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wir rechnen mit der Einreichung im Dezember diesen Jahres, mit einem möglichen Entscheid im Dezember 2007, sodass Baubeginn im Frühjahr 2008 sein könnte", blickt Seidenstücker in die Zukunft.

Im neuen Verfahren wird eine Alternative angedacht, die vorsieht, auf den zunächst geplanten Taxway durch ein Randgebiet der Grönauer Heide, das zum Schutzgebiet erklärt worden war, zu verzichten. Stattdessen wird der Bau eines Wendehammers am Ende der Landebahn erwogen. "Wir können auf die Verlängerung der Rollbahn verzichten, wenn eine Verlegung der Schwelle, dem Aufsatzspunkt für Flugzeuge, 120 Meter weiter westlich möglich ist", erklärte der Flughafen-Chef hierzu.

Am Abend des Tages schwiegen Nachtfluggegner der "Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm" aus gegebenen Anlass zum "Tag gegen Lärm" vor dem Flughafen und überreichten Matthias Seidenstücker und Flughafenkoordinator eine Unterschriftensammlung für ein Nachtflugverbot.msn

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