Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 16. Mai 2006

Flughafen und Umgebung: Kontaminationen mit Tradition

V.i.S.d.P.: Carl Howe

Bündnis 90 / Die Grünen

An dieser Stelle haben wir schon oft auf Schädigungen der Umwelt auf dem Gelände des Flughafens Blankensee und seiner Umgebung aufmerksam gemacht. Enteisungsmittel im Blankensee, Abraumhalden in der Landschaft, verschwundene Kleingewässer. Die Liste halb-offizieller Unwahrheiten wurde zuletzt durch Leugnen der Verwendung von Tensiden vervollständigt. Anlässlich einer Einwohnerfrage in der Bürgerschaft hat nun die Suche nach Altlasten eine regelrechte Tradition der Umwelt-Ferkeleien eines ganzen Jahrhunderts zu Tage gefördert.

Im Raum Blankensee befinden sich unterirdische Tankanlagen mit mehreren hunderttausend Litern Fassungsvermögen, in der Gegend liegende Schrottautos, Ablagerungen und Bodenaufschüttungen unbekannter Zusammensetzung, Fabrikreste, Munitionsreste, nicht geräumte Blindgänger, und es wird der Umgang mit wasser-gefährdenden Stoffen praktiziert.

Diese Mischung bringt nicht nur begrenzt den Ortsteil Blankensee in Teufels Küche. Die oberen Grundwasserleiter erstrecken sich dort weitgehend ungeschützt in zwei bis drei Metern Tiefe. Lehm- und Mergelschichten, die das tiefere Grundwasser abdecken, sind von unregelmäßiger Mächtigkeit und von Sanden durchsetzt, halten also Schadstoffe nicht zuverlässig von den Wasserschichten fern, die uns als Trinkwasser dienen. Sickerpfade, Fließrichtungen und Fließgeschwindigkeiten des Grundwassers sind gegenwärtig nicht im einzelnen bekannt, sodass wir auch nicht wissen, welche Schadstoffe zu welcher Zeit die Entnahmebrunnen von Wasserwerken erreichen.

Neben Herrenwyk, den Schlutuper Rüstungsfabriken und der Deponie Schönberg im Nordosten haben wir es offenbar auch im Süden der Stadt mit einem beachtlichen Trinkwasser-Gefährdungspotential zu tun.

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