Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 23. August 2019

Ausgabe vom 23. Mai 2006

ELK: Lobbyarbeit statt Aufgeregtheit ist gefragt

FDP

V.i.S.d.P.: Dr. Michaela Blunk

Insbesondere in den ersten Jahren nach der Wende, als die Chancen des Elbe-Lübeck-Kanals (ELK) am größten gewesen wären, stand die Lübecker FDP mit ihrer Forderung nach Ausbau des Kanals völlig allein. Dieses Thema hatten die Liberalen über politische Generationen "geerbt", denn bereits 1946 hatte der liberale Spitzenkandidat für die Kommunalwahl erkannt, dass zum Aufblühen der Stadt dieser befahrbare Handelsweg gehörte. Aber weder andere Parteien, noch die Verwaltung der Hansestadt verschwendeten auch nur einen Gedanken an diese einmalige Verbindung zwischen Ostsee und europäischem Binnenwasserstraßennetz, obwohl sie quasi über Nacht vom Rand der westdeutschen Republik in die Mitte des größeren Deutschlands und Europas gerückt war. Den Grünen waren sogar die ortsfremden Pappeln wichtiger als eine umweltfreundliche Wasserstraße. Auch als die anderen endlich auf den Zug sprangen, taten sie es nur mit halber Kraft. Immer wieder hatte ich aus meiner Erfahrung als Bundestagsabgeordnete gedrängt, dass Lübeck und die Region nicht nur mit einmaligen (wenn auch lobenswerten) Anstrengungen die verantwortlichen Bundestagsabgeordneten und die Regierung von der Notwendigkeit des Ausbaus überzeugen, sondern das Thema in Berlin und am Kanal ständig am Kochen halten muss. Alle anderen Regionen löchern die "Berliner" - auch mit gemeinsamer Hilfe ihrer Abgeordneten aus allen Parteien - ständig mit ihren Projekten. Es gibt genügend Anzeichen dafür, dass die Häfen Rostock und Stettin (!) in Berlin viele gute Freunde haben. Aber die FDP-Fraktion wird nicht müde, alle Verantwortlichen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik in der Region erneut aufzufordern, gemeinsam und durchgängig für den ELK zu kämpfen. Irgendwann ist sonst das Binnenschiff endgültig abgefahren - aber nicht von und nach Lübeck. Unsere Stadt versinkt danach zuerst im Straßenlastverkehr und dann in der Versenkung.

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