Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. Februar 2010

Gelbe Säcke - vom Winde verweht

Autorin: Beate Hagen

Lübecker BUNT

Die Gründe für den Abzug der sogenannten "Gitterboxen" für Gelbe Säcke in der Altstadt waren einleuchtend. Auch mich als Bewohnerin der Altstadt hat das Bild, welches sich Tag für Tag an den Sammelstellen-Containern bot, nicht nur gestört, sondern richtig wütend gemacht. Der Missbrauch der Sammelstellen mit Schrott und Sperrmüll führte zu einer deutlich sichtbaren Verschandelung des Altstadtbildes. So konnte es nicht weitergehen. Doch welche Bilder werden einem heute geboten, zwei Jahre nach der Abschaffung? Die Gelben Säcke landen immer noch in großer Zahl an den einstigen Sammelstellen: Dort werden sie zuweilen von Ratten angefressen. Der Inhalt der Säcke wird anschließend vom "Winde verweht" und sorgfältig in den Straßen verteilt. So ist es keine Seltenheit, wenn man bei Starkwind von einer vorbei fliegenden Milchtüte begrüßt wird. Der schlimme Zustand der Sammelstellen zieht zudem weitere illegale Müllablagerungen an. Was tun? Kleine Altstadthäuser bieten meist nicht den Raum, um Gelbe Säcke 14 Tage lang aufzubewahren. Zudem ist es in vielen Häusern wegen der Rattenplage verboten, Müllsäcke in Kellerräumen oder Hausfluren zu lagern. Dies zwingt die Altstadtbewohner dazu, die Gelben Säcke in ihren engen, beheizten Wohnungen zu horten, was die Lebensqualität enorm eingeschränkt und das oben genannte Fehlverhalten begünstigt. Die Hansestadt ist verpflichtet, hierfür eine schnelle Lösung zu finden. Zusätzliche Abfuhrtermine könnten helfen. Doch bislang ist von derartigen Plänen nichts zu sehen. Die Bürger werden mit diesem ärgerlichen Müllproblem einfach im Stich gelassen.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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