Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 04. Juli 2006

Keine Kürzungen bei Kindern und Jugendlichen

Bündnis 90 / Die Grünen

V.i.S.d.P.: Lilo von Holt

Zur letzten Bürgerschaftssitzung brachten wir den Antrag ein, die Kürzungen im Rahmen der Umsetzung der Haushaltsbegleitbeschlüsse zur Haushaltskonsolidierung in den Bereichen, die für die Förderung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zuständig sind, zurück zu nehmen. Leider fand unser Vorschlag keine Mehrheit. Es besteht aber noch die Hoffnung, dass ein auf September vertagter Antrag des Jugendhilfeausschusses, die im Rahmen des Haushaltbegleitbeschlusses beschlossene 3 % Zuschussreduzierung für die Kindertagesbetreuung auszusetzen, eine Zustimmung in der Bürgerschaft finden wird.

Die letzten Sitzungen des Jugendhilfeausschusses haben gezeigt, dass die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung nicht durchführbar sind. Der Schaden, der hier an unseren Kindern und auch unserer Gesellschaft durch das reduzierte Leistungsangebot angerichtet wird, ist nicht wieder gut zu machen und nicht zu verantworten. Im Jahr 2000 wurde der volkswirtschaftliche Nutzen der Kindertageseinrichtungen in Zürich untersucht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird mit 1: 4 angegeben, d.h. mit jedem Euro, der in diesem Bereich investiert wird, fließen rund 4 Euro an die Gesellschaft zurück. Dieses Verhältnis bestätigte auch 2002 ein Gutachten der Uni Bielefeld.

Aufgrund der demografischen Entwicklung steht zur Zeit die Familienpolitik im Focus. Keinesfalls darf jetzt aber erwogen werden, bei der ebenso wichtigen Jugendarbeit zu kürzen, um damit die Kita-Betreuung mit zu finanzieren.

Beide Bereiche dürfen nicht gegen einander ausgespielt werden, denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf optimale Unterstützung in ihrer Entwicklung, auf gute Bildungschancen und eine sinnvolle Freizeitgestaltung unabhängig von Bildungsstand und Einkommen der Eltern.

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