Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Januar 2018

Ausgabe vom 22. August 2006

Historische Segelschiffe mit Kurs auf Lübeck

Große und kleine Traditionssegler laden zu Besichtigungen und Ausfahrten ein

Segel flattern im Wind, Taue und Holz knarren und am Bug schäumt das Wasser der Ostsee leicht auf. Die Faszination des Segelns können Landratten und Seebären am Wochenende von Donnerstag, 24. August, bis Sonntag, 27. August, bei der "Baltic Sail" in Travemünde hautnah erleben. Mit 44 Schiffen, vom neuneinhalb Meter kurzen Wikingerschiff bis zum 57 Meter langen Gaffelschoner Sunthorice wird die Flotte angeführt von der "Lisa von Lübeck" In den Zielhafen der Ostseeregatta einlaufen. Seit Juli waren die größtenteils historischen Segler unterwegs auf einem Zickzack-Kurs zwischen Schweden, Litauen, Polen, Dänemark und Deutschland. Nur ein Teil der Regattateilnehmer - bei der Station in Rostock waren es noch rund 400 Schiffe - steuert aber auch Travemünde an, das seit 2002 Zielhafen der "Baltic Sail" ist. Doch der Badeort lockt alljährlich tausende Fans in den Travemünder Hafen, die den traditionellen Handels-, Fischer- und Kriegsschiffen mit langen Masten und großflächigen Segeln viel mehr abgewinnen können, als modernen Frachtern oder Fähren. Im Gegenzug nutzen die Schiffseigner und ihre Mannschaften die Stationen in den Ostseehäfen, um ihre liebevoll restaurierten oder nachgebauten Schiffe vorzuführen und das Erbe der wenig romantischen Seefahrt zu erhalten.

Dabei haben die Besucher der "Baltic Sail" die Gelegenheit, viele der teilnehmenden Schiffe hautnah in Aktion zu erleben. Etwa die Hälfte der großen und kleinen Segler bietet während des Aufenthalts in Travemünde unterschiedliche Fahrten auf der Ostsee an. So steht der "Chaostörn" auf der "Antigua" am Sonnabend, 26. August, ganz im Zeichen der Familie. Kein geringerer als Käpt'n Blaubär und sein Matrose Hein Blöd werden auf der Galeasse anheuern und von 14 bis 16.30 Uhr einen spannenden Nachmittag auf See mit ihren Passagieren erleben.

In die Rolle von Piraten können Kinder mit ihren Eltern am selben Tag auf der "Victor Jara" schlüpfen. Der Törn führt zum Stülper Huk, wo ein echter Schatz gesucht werden soll. Ebenfalls auf die Suche nach einem Seeräuberschatz geht es am Sonntag mit dem Dreimast-Gaffelschoner "Sunthorice".

Der Lübecker Weltumsegler Burghard Pieske wird mit drei Wikingerschiffen, einen Einblick in die frühe Seefahrt auf der Ostsee geben und täglich ab 21 Uhr Fackelfahrten von der Nordermole aus anbieten.

Das jüngste Schiff in diesem Jahr wird die niederländische Brigg "Mercedes" sein. Der Nachbau eines historischen Schiffes wurde erst im vergangenen Jahr fertig gestellt und bietet in Travemünde neben Törns in der Lübecker Bucht unter anderem ein Harfenkonzert und gehobene Gastronomie anbieten.

Eröffnet wird die "Baltic Sail" in Travemünde am 24. August um 20 Uhr von Lübecks Stadtpräsident Peter Sünnenwold an Bord der "Lisa von Lübeck". Der Nachbau eines Handelsschiffs der Hanse wird schon am Nachmittag ab 13.30 Uhr die einlaufenden Gäste mit Böllerschüssen empfangen.

Da sich bei der "Baltic Sail" alles um die internationalen Segelschiffe dreht, soll das Landprogramm längst nicht so spektakulär werden, wie bei der Travemünder Woche, sagt Tourismusdirektor Johann W. Wagner. Daher wird das Zentrum des Vergnügens an Land der Fischereihafen sein. Hier hat sich Hafenmeister Jürgen Kottwitz bereits auf die Großveranstaltung vorbereitet. Akribisch hat er die Liegeplätze vom Fischereihafen bis zur Nordermole verteilt. "Mit 44 Schiffen sind wir ziemlich an der Grenze unserer Kapazität", so Kottwitz.

Informationen zu den angebotenen Törns, den einzelnen Schiffen und dem Landprogramm gibt es ab Montag in einem Infostand am Fährplatz nah der Nordermole oder im Internet unter www.baltic-sail.org. mab

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