Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 03. Oktober 2006

Controller arbeiten unter falschem Namen

FDP

V.i.S.d.P.: Dr. Michaela Blunk

Immer wieder zucken Steuerzahler und Kommunalpolitiker zusammen, wenn bei städtischen Aufträgen der Endpreis weit über dem ursprünglich beschlossenen Angebot liegt. Zähneknirschend werden die Summen nachgeschossen, während ein privater Auftraggeber sein Vorhaben aufgeben oder - noch schlimmer - in die "Pleite gehen" müsste. Die Mehrkosten von ca. 1 Mio. Euro für den Umbau des Uferbereiches der Obertrave war der Auslöser für den Antrag der FDP-Fraktion, in dem wir Vorschläge für die Einführung eines wirksamen Baukosten-Controlling fordern. Die Betonung liegt auf "wirksam", denn auch um diese teuren Irrungen wenigstens zu verringern, wurde vor Jahren das sog. "Fachbereichs-Controlling" eingeführt. Inzwischen müssen wir aber feststellen, dass die "Controller" von ihren Chefs klammheimlich zu nicht vorgesehenen "persönlichen Zuarbeitern" umfunktioniert wurden, statt als neutrale Beobachter und Korrektoren zu fungieren. Eine Erklärung findet sich in der ursprünglichen Bestellung der "Controller": (Zu) viele waren für diese anspruchsvolle Aufgabe gar nicht vorgebildet, sondern darauf angewiesen, von ihren Chefs in das Arbeitsfeld eingeführt zu werden. Es ist allzu menschlich, dass kaum ein Chef freiwillig seinen eigenen Kritiker heranzieht. Andererseits macht es die Abhängigkeit des Controllers von seiner FB-Leitung fast unmöglich, dass er sich der "Umnutzung" entzieht, eigenständig urteilt und

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