Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 29. Mai 2007

Altenheime auf dem Prüfstand

Erste Diskussionsrunde zur Veröffentlichung von Berichten

Im Alter wollen Menschen ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Die meisten haben ein Leben lang hart gearbeitet und möchten die Rentenjahre auskosten - und das möglichst ohne große körperliche Beschwerden. Aber oft bleiben Krankheiten oder körperliche Schwäche nicht aus, und der Umzug in eine Senioreneinrichtung ist eine mögliche Option, um die letzten Lebensjahre unter pflegerischer und medizinischer Aufsicht zu verbringen. Einige haben sich bereits Jahre zuvor über Seniorenheime informiert und ihren Favoriten ausgewählt, wieder andere trifft ein plötzlicher Pflegebedarf ohne Vorwarnung.

Doch immer wieder geistern Berichte von menschenunwürdigen Zuständen in Altersheimen durch die Medien und verunsichert die Senioren. In der Januar-Bürgerschaftssitzung forderte die Politik auf Anstoß der FDP und auch der SPD die Veröffentlichung von Heimprüfberichten städtischer Alten- und Pflegeheime. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass auch privat geführte Heime freiwillig daran teilnehmen könnten - um die städtischen Heime nicht zu benachteiligen. Um abzuklopfen, inwieweit die jeweiligen Einrichtungen einer Veröffentlichung der Heimprüfberichte auf freiwilliger Basis gegenüber stehen, lud Sozialsenator Wolfgang Halbedel (CDU) Vertreter von 20 Senioreneinrichtungen zu einem Treffen ein. Mit dabei waren auch die sozialpolititischen Sprecher der vier Bürgerschaftsfraktionen, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Karl-Theodor Junge und den Chef der Heimaufsicht, Dr. Andreas Müller-Buder.

"Wir wollen sehen, wie groß das Interesse der nicht-städtischen Heime an einer Veröffentlichung der Prüfberichte ist", erläutert Halbedel. Und das Interesse an der Transparenz ist vorhanden. Aber nur, wenn alle mitmachen.

Die momentane Gesetzgebung sieht vor, dass alle zwei Jahre pro Heim ein Prüfbericht erstellt wird und ein Kontrollbesuch in jedem Jahr stattfindet. "Hier ist jedoch immer nur ein Tageseinblick zu bewerten", so Müller-Buder. Ein Nachteil der Prüfberichte sei zudem, dass dieser nur die negativen Befunde, nicht jedoch die positiven, enthalte. Die Angst der Heimbetreiber: Dadurch könnte die

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