Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 10. Juli 2007

Abschied nach 35 Jahren - und Neubeginn

Jugendzentrum Kücknitz zieht in den Sommerferien um

Nach 35 Jahren heißt es Abschied nehmen. Abschied von dem Juze Kücknitz in der Solmitzstraße 26. Hier gingen jahrzehntelang Kinder und Jugendliche ein und aus. Spielten, lernten, handwerkelten. Das Juze bleibt natürlich bestehen, es zieht in den Sommerferien um. In hellere, neuere Räumlichkeiten in die Haferkoppel 11, die zwar etwas kleiner bemessen sind, "aber mit rund 270 Quadratmeter noch groß genug", wie Karl-Heinz Georg, Leiter des Bereiches Jugendarbeit, betont.

Doch bevor der große Schritt getan wird, stieg vergangene Woche an mehreren Tagen die Abschiedszeremonie. Mit einem kleinen Festakt, dem Flohmarkt, der rund 1.000 Euro Einnahmen erbrachte , diversen Spielen und der Abschieds-Disco. Heidi Heinacker, seit 14 Jahren Leiterin des Juze, initiierte zudem das Projekt "Lebenswege", in dem 35 ehemalige Jugendklubbesucher befragt wurden. Hier kamen interessante Daten heraus: "Das Einstiegsalter betrug im Durchschnitt neun Jahre, die Kinder und Jugendlichen kamen rund sechs Jahre in das Juze Kücknitz, für die meisten war die Hilfe beim Bewerbungstraining, bei der Suche nach dem richtigen Beruf und bei Schularbeiten sehr wichtig. Von den 35 Befragten sind mittlerweile 30 verheiratet und haben Kinder, drei machten das Abitur, zwölf haben keine abgeschlossene Ausbildung. Alle Befragten würden ihre Kinder zu uns in das Jugendzentrum schicken", so Heinacker.

Wichtig für die Ehemaligen (und sicher auch die Heutigen) sei zudem gewesen, dass Ansprechpartner bei aufkommenden Problemen wie Liebeskummer, Gruppenkonflikte, Stress mit den Eltern, Beziehungsproblemen, Glaubensfragen und Respektlosigkeit (Jungs gegenüber den Mädchen) mit Rat und Tat zur Seite standen. Auch Aufklärung und der Entwurf eines Lebensplanes stünden ganz oben auf der Liste. Das Resultat der Betreuung durch die Juze-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Miteinander in der Gruppe seien Selbstbewusstsein, Respekt, soziale Kontakte, Kritikfähigkeit und die Überwindung von Schüchternheit, ergänzt Heinacker.

"Gerade die Vorbereitung auf das Leben ist sehr wichtig kann in einem Jugendzentrum sehr gut gelernt werden", ist sich auch Georg sicher. Hier würden Kinder und Jugendliche neben der Möglichkeit zur Freizeitgestaltung auch das Leben in einer Gruppe trainieren und lernen, was Verantwortung heißt.

Dass so ein Jugendzentrum ein zweites Zuhause, gar zukunftsweisend sein kann, erklärt Heidi Heinacker verschmitzt: "Viele haben hier im Juze Freundschaften fürs Leben geknüpft oder aber auch ihren Lebenspartner gefunden". In guter Erinnerung sind und bleiben zudem Fahrten nach Schweden, Dänemark, Frankreich - gerade für die Kinder und Jugendlichen, die sonst nicht die Möglichkeiten dazu haben.

Ab dem 27. August kann es mit dem Juze Kücknitz an anderer Stelle weitergehen. Ab 15 Uhr stehen die Türen für die Kinder und Jugendlichen in der Haferkoppel 11 offen.

Die Telefonnummer bleibt gleich: 0451/305430. msn

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de