Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 10. Juli 2007

Powerboats - Nein Danke

V.i.S.d.P.: Bernd Möller

Bündnis 90 / Die Grünen

Autor: Karl-Heinz Haase

Das Jahr 2007 steht im Zeichen der UN-Berichte zum Klimawandel, sie sprechen von Bedrohung und Chance zugleich. Nur ist die Botschaft noch nicht bei allen angekommen. Ohne energiebewusstes Verhalten jedes Einzelnen aber wird es keine Schonung der Atmosphäre geben, die gigantische Rolle der privaten Haushalte ist unbestritten. Die Regierungen allein werden es nicht richten. Frei nach John F. Kennedy heißt das Gebot der Stunde: "Frage nicht, was deine Kanzlerin oder deine Regierung für unseren Planeten tun können, sondern frage dich, was du selbst tun kannst."

Wenn der Lübecker Senat noch einmal ein "sportliches" Ereignis fördert, das mit exzessivem Energieverbrauch einhergeht ("5oo Liter pro Stunde hauen wir durch den Vergaser - echt geil!"), handelt er völlig unverantwortlich. Er bestärkt all jene Menschen, die den Klimawandel für Panikmache halten, darin, dass man weitermachen könne wie bisher. Die massenwirksame Verbreitung einer neuen Sensibilität im Umgang mit den Ressourcen wird eine Herkulesaufgabe sein. Zu sehr haben sich alle an deren grenzenlose Verfügbarkeit gewöhnt. Außer der Grenze, die das Portmonee setzte, gab es scheinbar keine.

Die Verabschiedung vom Powerboat-Rennen wäre ein symbolischer Akt und eine eindeutige Botschaft. Damit würden die Politiker der Bevölkerung vermitteln, was die UN mit ihren Berichten schon versuchten: So wie bisher geht es nicht weiter! Wir müssen uns von der Energieverschwendung verabschieden, um globale Schäden abzuwenden. Noch besteht die Chance dazu. Aber es wird noch großer Überzeugungsarbeit bedürfen, um ein neues Energiebewusstsein in der Bevölkerung zu verankern. Wenn die Menschen nicht mitmachen bei dem großen Projekt, wird alles zu zögerlich und zu langsam ablaufen. Die Chance wäre vertan.

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