Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 17. Juli 2007

Neue Chancen für das Volksfest?

Langjährige Beschickerinnen und Beschicker geehrt

Trotz leicht steigender Besucherzahlen beim 159. Volks- und Erinnerungsfest in den vergangenen zwei Wochen ist der "Patient auf dem Weg der Besserung, jedoch noch nicht über den Berg", wie Holger Bock, Vorsitzender des Lübecker Schaustellerverbandes, es formuliert. Das Fest, dass seit den fünfziger Jahren alljährlich in Lübeck gefeiert wird, hatte in diesem Jahr vor allem zeitgleichen Veranstaltungen wie dem Drachenbootfestival oder dem Powerboat-Rennen zu kämpfen. "Diese Veranstaltungen sind gut und wichtig für die Hansestadt", erläutert Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU), jedoch müsse der Terminkalender im nächsten Jahr "entzerrt" werden, damit mehr Besucher das Volksfest frequentieren. Ein zweiter wichtiger Punkt sei die Attraktivitätssteigerung durch verschiedenste Aktionen, so Halbedel weiter. "Wir haben jetzt ein Jahr Zeit, ein Konzept zu erarbeiten". Ein erster Bericht zur Attraktivätssteigerung haben die Bürgerschaftsfraktionen in der Juni-Sitzung für die Sitzung im September angefordert. "Ich bin gespannt auf diesen Bericht", erklärt die stellvertretende CDU-Fraktionschefin Roswitha Kaske. Auch sie wünscht sich mehr Besucher auf dem Volksfest. "Ein positives Echo auf die Gestaltung des Platzes gibt es in diesem Jahr vielfach", berichtet Kaske. "Es ist im Sinne von Familien und älteren Menschen zu überlegen, ob im nächsten Jahr die Stadtverkehrbusse wieder zum Festplatz fahren", ergänzt sie. Diesjährig wurden die Fahrten zugunsten der Gelder für die Kindertagesstätten gestrichen. Ein weiterer Vorschlag: "Das Volksfest von 17 auf zehn Tage verkürzen".

Dass die Gestaltung des Festes nicht mehr zeitgemäß sei, moniert Peter Reinhardt, Vorsitzender der SPD-Fraktion. "Die Jugend hat andere Ansprüche, eine Möglichkeit wäre mehr auf die ältere Generation einzugehen", so sein Vorschlag. Schwierigkeiten sieht Reinhardt im Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürger. Zwar würden die Arbeitslosenzahlen sinken, "viel Geld zum Ausgeben haben die Leute aber trotzdem nicht". Deshalb müssten alle gemeisam an der Attraktivität des Volksfestes arbeiten.

Die Frage, ob künftig mal wieder eine Achterbahn Besucher nervenkitzeln könnte, verneint Holger Bock: "Für so ein großes Fahrgeschäft sind die Besucherzahlen zu gering, das lohnt sich nicht". Allein die Anfahrt sei sehr kostenintensiv und wäre nur rentabel, wenn viele Leute Achterbahn fahren würden und das Unternehmen im Anschluss auf Volksfesten in umliegenden Städten stehen könne. "Leider bringt da auch der von Stadtseite angebotene Erlass der Standgebühren nicht viel", so Bock. Es sei aber vorgesehen, mit Städten wie Kiel und Flensburg Gespräche zu dem Thema Terminkoordinierung zu führen.

Da dürfen die Lübecker gespannt sein, ob mit Hilfe von allen Seiten aus dem Traditionsfest in den kommenden Jahren wieder ein richtiges, das Stadtleben bereicherndes Highlight wird. msn

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