Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 25. August 2019

Ausgabe vom 04. September 2007

Jetzt wird's wissenschaftlich

Gute Chancen für Lübeck, "Stadt der Wissenschaft 2009" zu werden

"Wir sind sehr zuversichtlich, sehen eine reale Chance, uns ab 2009 "Stadt der Wissenschaft" nennen zu dürfen. Denn, wir sind schon jetzt ein Wissenschaftsstandort, der die Kriterien des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft erfüllen kann", so Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe. Dabei verweist er darauf, dass Lübecks Hochschulen bereits in vielen Rankings gezeigt hätten, dass sie hochleistungsfähig seien.

Bereits zum fünften Mal verleiht der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den heißbegehrten Titel. Bisher sind Bremen, Dresden, Braunschweig und zuletzt Jena erfolgreich aus dem Wettbewerb hervorgegangen. "Das können wir auch", ist Professor Dr. Peter Dominiak, Rektor der Universität Lübeck, überzeugt. Zusammen mit Bürgermeister Saxe, Professorin Inge-Susann Römhild, Rektorin der Musikhochschule Lübeck und Professor Dr. Stefan Bartels, Rektor der Lübecker Fachhochschule, erhofft sich Dominiak durch den Titel ein exzellentes Marketing für die Stadt und die Hochschulen. Er wisse, dass Wissenschaft nicht nur die Hochschulen an sich seien, sondern vielmehr auch die Veranstaltungen, die der Wissenschaft entstammen. Und Veranstaltungen wissenschaftlicher Art gäbe es in der Stadt viele. "Außerdem", so folgert Dominiak, "hat unsere Stadt den Vorteil, dass eine junge Hochschule eher im Kopf der Bürger ist, als ein alter Elfenbeinturm der Wissenschaft. Und das ist ja auch ein entscheidendes Kriterium der Wettbewerbsjury".

Koordiniert werden die Vorbereitungen für die Bewerbung von dem ehemaligen Rektor der FH Lübeck, Professor Dr. Rudolf Taurit und Senator a.D. Gerd Rischau. Letzterer zu den Kriterien der Jury: "Eine Stadt der Wissenschaft muss überzeugt davon sein, dass Wissenschaft als Motor die Stadt voranbringt und bei der Bevölkerung anerkannt ist". Außerdem seien eine originelle Bewerbung und bestehende Netzwerke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entscheidend für ein "JA" von der Jury. Zusammen mit Taurit musste Rischau eine Fülle von Arbeit bewältigen. "In verschiedenen Arbeitskreisen wurden Ideen und Vorschläge gesammelt, die zusammen einige Ordner füllen", berichtet Rischau. Diese Ordner habe man dann an die Hamburger Agentur für Kommunikation "Mann beißt Hund" weitergereicht, die mit der strategischen Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung der Bewerbung beauftragt wurde. Die Kosten für das Bewerbungsverfahren trägt im vollen Umfang die Possehl-Stiftung.

Sollte Lübeck den Wettbewerb gewinnen, hat die Stadt 125000 Euro zu erwarten, über die frei verfügt werden kann. Wichtiger und damit höchstes Ziel für Rischau, sei jedoch die erhebliche Steigerung des Rufes der Stadt. Außerdem könne man davon ausgehen, dass man dadurch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schaffen werde.

Professorin Inge-Susann Römhild ist es wichtig, durch diesen Wettbewerb zu spüren, wie hoch doch das Niveau der Ausbildung an den Lübecker Hochschulen sei. Außerdem könne man mit dem Titel "Stadt der Wissenschaft" deutlich machen, dass das Niveau beim Bürger anerkannt wird und man mit den Aktionen in die Stadt hineinwirken kann. Immerhin würde allein die Hochschule für Musik über 300 Veranstaltungen im Jahr austragen, welche zahlreich und dankbar von den Bürgern aufgenommen würden.

"Lübeck ist bereits Stadt der Wissenschaft, wird aber noch nicht als solche wahrgenommen", ist der Eindruck von Professor Dr. Bartels. Seine Motivation sei es, noch mehr nach Innen und Außen als Wissenschaftsstadt zu wirken, denn jeder solle wissen, wie wissenschaftlich Lübeck sein kann.

Wenn die Bewerbung Zustimmung bei der Lübecker Bürgerschaft findet, muss die 20-seitige Bewerbungsbroschüre der Stadt bis zum 31. Oktober 2007 der Jury vorliegen. Für die Bewerbung haben Bürgermeister Bernd Saxe sowie ein breites Bündnis aus Pölitik, Verwaltung, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft Unterstützung zugesagt. fem

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