Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 22. August 2019

Ausgabe vom 04. September 2007

Leben zwischen Alltag und Markttag

Hansemarkt bietet allen Generationen besondere Erlebnisse

Während die ersten Marktkunden schon einkaufen, geht Marktaufsicht Sven Pohlmann seiner allmorgendlichen Routine nach: Standgebühren kassieren, Marktstände kontrollieren, letzte Schönheitsreparaturen erledigen. Seit 14 Jahren ist der 41-Jährige auf Lübecks Wochenmärkten unterwegs, um für Ordnung zu sorgen und die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. "Es gibt eine feste Marktsatzung. Die schreibt beispielsweise vor, dass die Händler ihre Erzeugnisse nicht zu laut anpreisen dürfen, allerdings jede Ware genau auspreisen müssen. Außerdem darf man nicht überbauen und muss die Plätze pünktlich und sauber verlassen." Morgens ist Pohlmann der Erste auf dem Markt und meist verlässt er ihn auch als Letzter. So bekommt er einiges mit und weiß um die Qualität der Märkte. "Der Wochenmarkt hier am Hanseplatz, wird richtig gut angenommen. Der wurde ja auch erst vor vier Jahren neu gemacht. Ich denke, der Markt - so wie er jetzt ist - ist für die älteren Leute eine gute Lösung. Jetzt hat man alles beisammen, was man braucht. Früher musste man noch längere Strecken zurücklegen, weil die Stände nicht auf einer Stelle waren, sondern um die Grünanlage herumgebaut wurden". Noch während er erzählt, muss er sich schon wieder um den nächsten Händler kümmern, denn Frank Bierle vom Blumenhandel Bierle hat seine Standgebühren noch nicht gezahlt.. "Es ist besser, wenn das vor dem großen Kundenansturm geklärt ist. Dann kann ich mich aufs Geschäft konzentrieren", erwähnt der älteste Sohn der Bierles. Kaum dass der 28-Jährige seinen Satz beendet hat, steht schon die nächste Kundin vor ihm. Sie interessiert sich für einen Sommerstrauß und Bierle findet schnell etwas Passendes.

Inzwischen betritt Regine Groß den Wochenmarkt. Sie ist unterwegs zu ihrer "grünen Gurke", wie sie ihren grünen Fischwagen liebevoll nennt. Jeden Tag wieder stellt sich die lebhafte Frau hinter die Theke. "Wir sind nicht zimperlich. Bei jedem Wetter müssen wir ran. Lange Zeit mussten wir Wochenmarkthändler um Anerkennung kämpfen - wir sind nämlich keine Vagabunden. Aber das ist inzwischen endlich vorbei. Wir haben Freude an unserem Produkt und verkaufen es mit Überzeugung. Das Spannende an unserem Beruf ist die Abwechslung. Jeder Tag ist anders, je nach Witterung und Saison." Leute, die auf den Wochenmarkt gehen, schätzen Regine Groß als Menschen mit Interesse am Lebensmittel und am Leben. Das Gute am Markt sei es, dass man den Ansprechpartner nicht erst suchen müsse, sondern zu jeder Ware auch gleich mindestens ein kompetenter Händler verfügbar sei. "Somit ist ein Wochenmarkteinkauf ein sehr direkter und persönlicher Einkauf", schwärmt die Händlerin. Außerdem, so Groß weiter, sei Markt ein Einkauf des Vertrauens. Der wichtigste Kunde für den Markthändler ist und bleibe der Stammkunde - der Kunde, dessen Lebensgeschichte der Händler kenne und der Kunde, der die Geschichte des Händlers kenne. "Wir sehen die Schwangere, die Mutti mit Kinderwagen und später dann die Schulkinder - von der Einschulung bis vielleicht sogar zum Studium. Einige Kunden kaufen hier schon seit 50 Jahren ein. Diese Beobachtungen machen zu dürfen ist richtig toll", erzählt Regine Groß mit glänzenden Augen.

Seit 1969 besucht Margarete Krzyzanowski den Wochenmarkt am Hanseplatz. "Früher war hier alles viel größer, auch die Auswahl. Damals gab es hier auch noch Kurzwaren aller Art, Haushaltswaren und die kleinen Dinge des Alltags, Nähgarn und

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