Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 22. November 2017

Ausgabe vom 11. September 2007

Schminken für Kindersoldaten

UNICEF-Juniorbotschafter zwei Tage in Lübeck

"1.000 Gesichter für Afrika - Wir geben Kindersoldaten ein Gesicht". Mit diesem Slogan haben sich Ricarda Theobald, Stefanie Bachtin und Maité Darroman als UNICEF-Juniorbotschafter beworben und den diesjährigen Bundesausscheid gewonnen.

"Mit ihrem Schminkprojekt haben sich die drei Jugendlichen gegen 150 Bewerbungen von insgesamt rund 15.000 Kindern und Jugendlichen durchgesetzt", so Eric Mayer, Sprecher von UNICEF Deutschland. Für die drei Preisträger gab es zur Anerkennung neben der Preisverleihung in der Paulskirche in Frankfurt am Main auch eine Reise in die UNICEF-Partnerstadt Lübeck. Zwei Tage hielten sie sich in Lübeck auf und konnten sich in dieser Zeit ein Bild von der Hansestadt machen. Zum Programm gehörten Stadtführung und Bootsfahrt, aber auch repräsentative Aufgaben, wie der Besuch des Katharineums und der Empfang bei Bürgermeister Bernd Saxe.

"Es gehört dazu, für UNICEF und die Aktionen zu Werben und die Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen anzuregen.Wir sind stolz darauf, diese Aufgaben wahrnehmen zu können. Außerdem ist es schon ein tolles Gefühl, als Ehrengast empfangen zu werden", schwärmt Ricarda Theobald.

Bereits 2004 hatten die Teenager an dem Wettbewerb teilgenommen, auf welchen sie durch die Kinderzeitschrift Geolino aufmerksam geworden waren. Inspiriert von Senait Meharis Buch "Feuerherz", in dem die Autorin ihre Zeit als Kindersoldatin schildert, stand für die Gruppe fest, sich erneut bei UNICEF zu bewerben und ihr Projekt auf die Kindersoldaten im Kongo auszurichten.

"Unser Slogan bedeutet, dass wir hier für 1,50 Euro Kinder schminken, ihnen also ein neues Gesicht geben und die Einnahmen dann an UNICEF spenden. Mit diesen Geldern werden Kinder aus den Armeen ausgelößt, bekommen eine gezielte Betreuung durch Psychologen und Mediziner und werden entweder wieder in ihren Familien oder in Heimen untergebracht. So werden sie erst als Kinder wahrgenommen und bekommen ein Gesicht, eine Identität", erklärt Maité Darroman.

Wie Stefanie Bachtin erzählt, hätten die drei Gymnasiastinnen anfänglich auf Festen in der Region geschminkt. Nachdem die Gruppe als Sieger feststand und die Medien darüber berichteten, bekamen sie weitere Anfragen von Veranstaltern und konnten so inzwischen schon über 200 Kinder schminken. Unterstützung erhielten Ricarda, Stefanie und Maité dabei von der UNICEF-Arbeitsgruppe in Worms - einer von 130 Arbeitsgruppen dieser Art in Deutschland - und dem Schminkfarbenhersteller Eulenspiegel. Dieser stellte den Schüllerinnen die Schminke preiswert zur Verfügung.

Zum Weltkindertag am 20. September startet dann der neue und damit fünfte Wettbewerb dieser Art, wieder mit dem Ziel, die Rechte der Kinder bekannt zu machen und durchzusetzen. Bis der neue Preisträger feststeht, werden die drei UNICEF-Juniorbotschafter noch ein Jahr mit Schminkutensilien bewaffnet dafür kämpfen, dass Kindersoldaten aus dem Kongo ihre Waffen ablegen dürfen. fem

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