Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 25. November 2017

Ausgabe vom 11. September 2007

Ohrfeigen für die "Sozialexperten"

FDP

V.i.S.d.P.: Thomas Schalies

In einem Antrag zur Januarsitzung der Bürgerschaft hatte die FDP mehr Transparenz in den städtischen Alten- und Pflegeheimen durch Veröffentlichung der Prüfberichte der Heimaufsicht gefordert. Als fadenscheiniges Gegenargument der "großen" Fraktionen kam der "abgelaufene Yoghurtbecher im Kühlschrank", der von der Heimaussicht eventuell entdeckt und kritisiert wird und das städtische Heim in die negativen Schlagzeilen bringen könnte. Als aber die privaten Alten- und Pflegeheime ihre Mitarbeit bei der Aufstellung von Beurteilungskriterien signalisierten und keine Einwände gegen die Veröffentlichung von Prüfberichten zeigten, blieben nur noch die Argumente "keine Zeit und kein Personal", um das Thema zu beerdigen. Die Vertreter der ehemaligen Volksparteien gingen danach wieder zur Tagesordnung über - hatten sie sich doch wieder durchgesetzt und auch dem Seniorenbeirat gezeigt, was sie von ihm halten.

Die alarmierenden Medienberichte der letzten Tage über die katastrophalen Situationen in vielen Heimen ist eine schallende Ohrfeige für diese selbsternannten "Sozialexperten". Es genügt eben doch nicht, wenn man zu Zeiten der Reichsversicherungsordnung mal neben jemandem gelegen hat, der den "Geist der Kaiserlichen Botschaft" gespürt hat.

Leidtragende der negativen Zustände in vielen Pflegeeinrichtungen und auch in Krankenhäusern sind neben unseren Pflegebedürftigen auch die Mitarbeiter. Die dünne Personaldecke und die wuchernde Bürokratie lässt kaum Zeit für die Menschen übrig. Pflege und Betreuung nach der Stechuhr ist bereits Realität geworden. In den Wahlkämpfen erzählen aber die "Sozialexperten" wieder, was sie alles tun wollen, was man doch machen könnte usw. Wann fangen diese Experten endlich an, vor der eigenen Haustür zu kehren?

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