Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 23. Oktober 2007

Priwall - Waterfront:Nej tak !

Bündnis 90 / Die Grünen

V.i.S.d.P.: Carl Howe

Der Architekt P. Dinse stellte das städtebauliche Konzept dem Bauausschuss der Hansestadt Lübeck vor, ihm zur Seite stand der dänische Projektentwickler Hollesen.

Von der Priwallfähre bis zur Südermole sollen Gebäude mit insgesamt 66000 m2 Bruttogeschossfläche (BGF) für etwa 2100 Betten und Infrastruktur entstehen, hinzu kommen ein "Spass"bad mit zirka 3500 m2 BGF und etwa 600 Pkw-Stellplätze. Insgesamt beträgt die Projektfläche ca. 10 Hektar!

In der ersten Reihe sollen 16 Hafenvillen mit jeweils einer Grundfläche von 260 m2 gebaut werden, in der zweiten Reihe baugleiche "Dünenvillen". Die Gebäude werden so platziert, dass alle Wohnungen "Blick auf die Trave" haben, wobei die zweite Reihe höher als die erste geplant ist, da im Erdgeschoss die PKW-Stellplätze untergebracht werden sollen. Von Travemünde aus gesehen ist der Priwall dann nur noch eine Betonburg. Für das verloren gehende Winterlager für Boote soll im Wald in der Nähe des Passathafens eine neue Halle gebaut werden.

Die Stadt Lübeck hatte für viel Geld ein Gutachten erstellen lassen, in dem nachzulesen ist, dass der Priwall im Höchstfall zusätzliche 800 Betten verträgt. Wofür lassen wir teure Gutachten überhaupt erstellen?

Die Frage von GRÜNER Seite, ob die BewohnerInnen in die Planungsphase eingebunden werden, wurde abschlägig beantwortet. Eine BürgerInnenbeteiligung ist nur im Rahmen des B-Planverfahrens vorgesehen. Die Auswirkungen auf Bewohner und Natur des Priwalls werden höchstens zur Kenntnis genommen, aber nicht berücksichtigt. Wie es den Menschen ergeht, die das ganze Jahr auf dem Priwall wohnen, interessiert den Bürgermeister und den Bausenator nicht.

Wir fordern eine Stadtplanung, in der sich die Interessen der BewohnerInnen und der Natur widerspiegeln an Stelle einer reinen Investorenplanung.

Autor: Carl Howe

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