Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 15. August 2018

Ausgabe vom 20. November 2007

Das Titelthema der 1. Ausgabe vom 18. November 1997

Stadt sichert sich Kuchenstück

Tochtergesellschaft der Stadtwerke steigt in die Telekommunikation ein

Eine Gratwanderung ist zur Zeit der Spaziergang durch manche Straße in der Innenstadt geworden: Im Auftrag der jetzt von den Stadtwerken zu gründenden Telekommunikationsgesellschaft (TK-Gesellschaft) werden Bürgersteige aufgerissen, um in etwa 60 Zentimeter Tiefe Leitungen zu verlegen, die den Datenfluten der Moderne standhalten können.

"Wir wollen auch ein Stückchen vom großen Kuchen der Telekommunikation abbekommen", erklärt Direktor Wolfdieter Reichelt die Motivation der Stadtwerke, die GmbH zu gründen - ein Plan, der durch den Bürgerschaftsbeschluß vom Januar jetzt in die Tat umgesetzt werden kann. Davon versprechen sich die Stadtwerke auf Dauer einen Umsatz von jährlich 900 000 Mark, die dafür erforderliche Investition wird auf 4,7 Millionen Mark beziffert.

Glasfaserkabel statt Kupfer

Zur Zeit werden in der Fisch- und der Fleischhauerstraße, am Düker und unter dem Kanal in Höhe Kaisertor Glasfaserkabel verlegt, die 68mal mehr Daten übertragen können als die herkömmlichen Kupferdrähte, denn Licht läßt sich mit weniger Widerstand senden als Strom.

Die Erd- und Kabelarbeiten hat eine Hamburger Baugesellschaft der Telekom übernommen. Die Telekom, eigentlich Konkurrentin der TK-Gesellschaft, kooperiert in diesem Fall mit der Tochtergesellschaft der Stadtwerke.

Einen Wettbewerbsvorsprung auf dem freien Markt hat die neue Telekommunika-tionsgesellschaft durch das 600 Kilometer lange Nachrichtenkabel, das sich im gesamten Versorgungsgebiet der Stadtwerke Lübeck befindet, also in allen Stadtteilen und darüber hinaus in Bad Schwartau, Wesenberg, Krummesse, Herrnburg, Lüdersdorf, Selmsdorf, Dassow und Pötenitz.

Neben dem Netz der Stadtwerke unterhält auch die Stadtverwaltung ein eigenes Telefonsystem und eine stadtweite Verkabelung von Großrechnern und sonstigen Computerstationen. Diese beiden Netze sollen möglicherweise ebenfalls in die neu gegründete TK-Gesellschaft eingebracht werden. Derzeit wird über die Bedingungen verhandelt.

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