Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 19. August 2018

Ausgabe vom 20. November 2007

Arme Kinder

V.i.S.d.P.: Susanne Hilbrecht

Bündnis 90 / Die Grünen

Ein Drittel der Lübecker Kinder sind arm und ihre Eltern haben kein Geld für die Bezahlung der Mahlzeiten im Kindergarten oder in der Ganztagschule. An den Mahlzeiten können bedürftige Kinder nicht teilnehmen, obwohl diese Gruppe gerade besonders darauf angewiesen wäre.

Für die CDU ist die Not armer Kinder eine Art Naturkatastrophe, die sie mit der Spendenbüchse lindern will, anstatt auf politische Maßnahmen zu setzen. ChristdemokratInnen hoffen, dass Lübecker Stiftungen, Firmen und BürgerInnen genügend Geld für die Ernährung Not leidender Kinder im Kindergarten oder in der Schule (nicht im fernen Afrika sondern in der reichen Hansestadt Lübeck!) spenden. Dabei wäre eine schnelle Lösung sehr einfach, indem die Stadt einen bereits bestehenden Fonds mit Geldern ausreichend auffüllt.

Die Stadt soll jedoch keine Kosten für die Mahlzeiten der Bedürftigen übernehmen.

Im Sozialausschuss forderten die GRÜNEN Essen zum Nulltarif im Kindergarten für arme Kinder und die Bezahlung der Schulspeisungen für bedürftige Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtsäckel. CDU und SPD waren sich einig und lehnten gemeinsam diese grünen Forderungen ab.

Mit Billigung der SozialdemokratInnen verhinderte damit die CDU Maßnahmen, mit denen bedürftigen Kindern umgehend geholfen werden könnte. Nun bleiben auch weiterhin die Türen der Speiseräume in Schule und Kindergarten für sie geschlossen. So diskriminiert man Kinder aus Familien mit geringen Einkommen und macht Ihnen frühzeitig deutlich, was Armut in diesem reichen Land bedeutet.

Die Lübecker GRÜNEN befürchten nach der Abstimmung im Sozialausschuss, dass nun auch die Genossinnen und Genossen der SPD - ebenso wie die CDU - auf die Privatisierung sozialer Aufgaben setzen und keine städtischen Gelder für die Bekämpfung der Kinderarmut ausgeben wollen.

Autor: Rolf Klinkel

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