Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 15. Dezember 2007

Hohe "Dunkelziffer" bei Lübecks Radlern

Massive Kontrollen: Ohne Licht oder falsches Fahrverhalten beanstandet

105 Erwachsene sowie 39 Kinder und Jugendliche waren auf verkehrsuntauglichen Rädern unterwegs. Dies ergaben umfangreiche Kontrollen des zweiten Reviers und Eutiner Polizeischüler an vier Schwerpunkten in Lübeck, Dienstag von halb acht bis neun Uhr. Die Beanstandungen bezogen sich bei den Erwachsen im Grunde auf drei Tatbestände: "43 Radfahrer benutzten den Radweg falsch, 40 fuhren ohne Licht und weitere 22 waren auf dem Gehweg unterwegs", so Polizeisprecher Wulff. Bei den Kindern und Jugendlichen gab es ebenfalls Probleme bei der Beleuchtung - 32 waren ohne Licht unterwegs. Bei sieben "Jungradlern" waren die Bremsen mangelhaft. Die Folgen für die jungen Verkehrsteilnehmer erklärt Wulff: "Die Eltern bekommen jetzt einen Brief, in dem sie aufgefordert werden, die Mängel sofort zu beheben". Erschreckend viele junge Verkehrsteilnehmer hatten zwar ein taugliches Rad, verhielten sich aber im Straßenverkehr falsch. 33 mündliche Verwarnungen mussten daher ausgesprochen werden.

"Wenn man den Zeitraum vom 1. August bis 30. November betrachtet, haben wir uns in diesem Jahr verbessert", resümiert Wulff. 211 Radfahrunfälle seien es in diesem Jahr gewesen, im gleichen Zeitraum 2006 immerhin noch 250. Die Gesamtstatistik sei aber nach wie vor traurig. 581 Radfahrunfälle seien bis 11.12. bereits erfasst, bei 543 wurden die Radfahrer verletzt. Glücklicherweise gab es in diesem Jahr keinen tödlich verunglückten Radler. 2006 waren es noch vier. Von den Unfällen in diesem Jahr wurden 262 durch den Radfahrer selbst verursacht. Dabei kam es in 126 Fällen durch falsches Befahren der Radwege oder unerlaubtes Befahren des Gehweges zum Unfall.

Für 22 Eutiner Polizeischüler war der Einsatz am Dienstag der erste "Einsatz am Bürger". Seit

1. August befinden sich die angehenden Polizeimeister in der Ausbildung. Die Polizeischüler-Teams wurden durch erfahrene Polizeibeamte ergänzt, die den Eutinern helfend zur Seite standen, immer für Fragen offen waren und in schwierigen Situationen unterstützten.

Die Arbeit mache Spaß, die Bürger seien durchgehend einsichtig und freundlich, resümiert Maik Lange. Der 30-Jährige Polizeischüler erklärt: "Wir halten die Radfahrer an, die sich ordnungswidrig verhalten. Fahren ohne Licht gehört genauso dazu, wie das Befahren des Radwegs in die verkehrte Richtung oder das Radeln auf dem Gehweg." Entscheidend beim Licht, und das sei vielen Radfahren nicht klar, ist eine funktionstüchtige Lichtanlage. Dafür sei ein Dynamo erforderlich. Fahre man nur mit batteriebetriebenem Licht, werde man schon belangt. Besonders in den Wintermonaten, wo sich der Berufsverkehr auf die Dunkelheit und Dämmerung konzentriert, steige das Unfallrisiko bei schlecht oder nicht beleuchteten Rädern.

Auch Julian Mademann ist seit August Polizeischüler in Eutin. Dem 21-Jährigen mache die Arbeit viel Spaß. "Es ist gut, dass wir nicht nur Theorie haben, sondern auch viel Sport und praktische Übungen". Auch er kenne inzwischen die Probleme mit der Fahrradbeleuchtung und die Ausreden der Fahrer. Er lasse sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Wem es zu gefährlich sei, auf der Straße zu fahren, könne ja sein Rad auf dem Gehweg schieben.

An insgesamt vier Kontrollstellen waren die Polizeischüler im Einsatz. Diese befanden sich an gefährlichen, großen und starkbefahrenen Kreuzungen. Am Burckhardt-Gymnasium, am Lindenplatz, der Kreuzung Ziegelstraße/Fackenburger Allee und der Hansehalle/Lohmühle wurden die Radler kontrolliert.

"Die Zahlen des Zeitraumes vom 1. August bis 30. November sprechen hoffentlich für uns und bestärken uns in unserer Arbeit. Wir müssen schauen, wie sich die Zahlen entwickeln und ob die Kontrollen einschlagenden Erfolg bringen", erklärt Polizeisprecher Wulff. Auf jeden Fall könne man mit weiteren Kontrollen rechnen.

fem

Das kostet das Fehlverhalten im Straßenverkehr: Fahren mit mangelhafter oder fehlender Lichtanlage: 10 Euro, Fahren auf dem Gehweg: 5 Euro, Fahren auf dem Radweg in verkehrter Richtung: 15 Euro

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