Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 21. Dezember 2007

Willy Brandt kommt - Willy Brandt ist da

Ausstellung und Haus in der Königstraße offiziell eröffnet

Am 18. Dezember diesen Jahres wäre Willy Brand 94 Jahre alt geworden. Kein Tag bot sich besser an, um ein Haus zu eröffnen, das den Namen des ehemaligen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers trägt. Seit Dienstag gilt das Willy-Brandt-Haus in der Königstraße 21 in Lübeck offiziell als eröffnet und beherbergt nun neben der Außenstelle der Willy-Brandt-Stiftung und einer Ausstellung auch noch Räume der Denkmalpflege. Grund genug für 800 Gäste und Medienvertreter, im Gedenken an den großen Politiker die Eröffnung gebührend zu feiern. Gebührend heißt in diesem Fall, dass Prominente aus Politik und Kunst, Freunde, Familienmitglieder und Zeitgenossen Brandts zusammenkommen, sich gemeinsam erinnern und immer wieder sagen: "Willy Brandt hätte sich gefreut".

Zeitgenosse und Freund Günter Grass zur Eröffnung:

"So ist es denn zu wünschen, dass das Willy-Brandt-Haus zu Lübeck nicht nur ein Museum mehr ist. Vielmehr sollte es neben wechselnder Ausstellungen auch der Ort sein, an dem sich die Politik das Namengebers, die beispielhaft ist, fortsetzt und weiterentwickelt. Überall in der Welt, wo Teilung anhält oder droht, überall dort, wo die wachsende Distanz zwischen Arm und Reich menschenverachtende Folgen hat, soll man wissen, hier, in der Königstraße, ist Raum für Rede und Widerrede, für das Gespräch der Verfeindeten, für den eindringlichen Monolog des Einzelnen, sowie für die vielstimmige Versammlung, für den Dialog also; denn solange die Gegensätze ins Gespräch verstrickt sind und ihren Streit wortwörtlich austragen, solange wir reden, sprechen die Waffen nicht".

Kuratoriumsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse:

"Im Mittelpunkt steht - zweifellos - die ständige Ausstellung 'Willy Brandt - ein politisches Leben im 20. Jahrhundert', die heute ihre Pforten öffnet. Wenn man durch die Ausstellung geht, dann wird einem noch einmal sehr deutlich, dass sich in Willy Brandts bewegtem Leben in der Tat die deutsche und europäische Geschichte des ganzen Jahrhunderts widerspiegelt, ihre so schwierigen wie ihre später doch geglückten Phasen. Die moderne Ausstellung erzählt unterhaltsam, anschaulich und mit spannenden Inszenierungen das Leben und Wirken dieses großen Sozial- demokraten und Staatsmannes vor dem Hintergrund der sich radikal verändernden Zeiten."

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen: "Mit dem Willy-Brandt-Haus, das sich nun komplementär zum Buddenbrookhaus und zum Günter-Grass-Haus fügt, wird in Lübeck das 20. Jahrhundert durch die Darstellung von herausragenden Zeitzeugenschaften erfahrbar. Das ist für Stadt und Land ein großer Gewinn und eine große Chance.Es ist mehr als eine Gerechtigkeit der Geschichte, das ab heute das Willy-Brandt-Haus als Ort der Erinnerung und als Ort der Bildung an einen bedeutenden Mann erinnert, der nie vergessen hat, woher er kam. Ab heute hat Willy Brandt wieder ein Zuhause in Lübeck und das bereichert die Stadt und das ganze Land."

Und, um mit weiteren Worten von Günter Grass abzuschließen: "Es geschieht selten, dass ein Politiker nach seiner Amtszeit zum Wohle der Menschen so konstruktiv weiterwirkt, wie es Willy Brandt getan hat. Sein Talent, das praktisch Machbare zu realisieren, Pragmatiker zu sein, und andererseits Weitblick zu beweisen, die konkrete Utopie zu wagen, sollte uns anspornen, in seinem Sinn dieses Haus mit Leben zu füllen." fem

Willy-Brandt-Haus, Königstraße 21, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Tel. 0451/1 22 42 50

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