Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. April 2019

Ausgabe vom 21. Dezember 2007

Wunsch nach Gemeinschaftsschulen respektieren!

FDP

V.i.S.d.P.: Thomas Schalies, Autor: Thomas Schalies

Wir Liberale sehen bekanntlich die von der schwarz-roten Landesregierung durchgesetzte Schulreform durchaus kritisch. Was unserem Bildungssystem allen politischen Fensterreden zum Trotz vor allem mangelt, ist die notwendige Bereitschaft, Schulen und Universitäten sachlich und personell angemessen auszustatten. Da nützt es wenig, Haupt- und Realschulen abzuschaffen und durch Regional- und Gemeinschaftsschulen zu ersetzen. Der binnendifferenzierte Unterricht, wie er insbesondere in der Gemeinschaftsschule gepflegt werden soll, um unterschiedlichen Lernstärken und Begabungen der Schüler in einem Klassenverband gerecht werden zu können, dürfte ganz sicher deutlich mehr Lehrpersonal erfordern. Trotz unserer Kritik sind wir Liberale Pragmatiker. Gesetz ist nun einmal Gesetz - da muss man das Beste draus machen! Deshalb haben wir durchaus viel Verständnis für Eltern, aber auch Schulen, die sich für die Gemeinschaftsschule anstelle der einzig möglichen Alternative "Regionalschule" entscheiden. Leider geht der CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft derlei Realitätssinn ab. Das Modell der Regionalschule, an die sich die Mehrheitsfraktion wie eine Ertrinkende klammert, ist eine Totgeburt, wie ein Blick auf unser Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Dort hat zeitgleich mit der Einführung dieser Schulform das Privatschulwesen einen wahren Boom erlebt. Leider hat die CDU den Wunsch der Hols-tentor-Realschule und vor allem der dortigen Schüler und deren Eltern mit ihrer absoluten Bürgerschaftsmehrheit niedergestimmt, und das, obwohl in unmittelbarer Nähe mit der Luther-Schule eine Regionalschule entstehen wird. Kleiner Trost: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - Bürgerschaftsmehrheiten können sich bekanntlich ändern!

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