Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 22. August 2019

Ausgabe vom 15. Januar 2008

Royale Kosten für Hansekönigin

Europäisches Hansemuseum für 24 Millionen - Konzept und Vorentwurf vorgestellt

Ein Jahr und 400.000 Euro später stehen Konzept und Vorentwurf zum Europäischen Hansemuseum Lübeck. Der Auftrag-

geber, die Possehl-Stiftung, wählte für diesen Part das Hamburger Architektur- und Designbüro Studio Andreas Heller. Der Possehl-Vorstandsvorsitzende Dr. Helmuth Pfeifer überreichte kürzlich die Unterlagen an Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe.

"Wenn es ein Hansemuseum geben soll, dann in Lübeck", kommentierte Saxe den Entwurf. Für 24 Millionen Euro sollen Burgkloster und nähere Umgebung umgestaltet werden. Nun hofft Saxe auf tat- und zahlungskräftige Unterstützung von Land, Bund und EU. Immerhin sei die Hanse Vorläufer der EU.

Seit 20 Jahren gehört Lübeck zum Weltkulturerbe. Damit stünde das Museum für Hanse und Mittelalter auf einem historischen Fundament. Die Planung der Experten beruft sich zusätzlich auf eine Machbarkeitsstudie von 2006, durch welche speziell das Burgklosterareal als idealer Standort belegt wurde. Zusätzlicher Standortvorteil: Das Burgklostergebiet zwischen Trave und Wakenitz war für die Gründung der Stadt ausschlaggebend. In diesem Kontext betonte Architekt Andreas Heller nochmals, dass der Aspekt der örtlichen Authentizität für die Einrichtung eines Europäischen Hansemuseum von großer Bedeutung sei.

Drei Jahre müsse man rechnen, bis das Objekt eröffnet werden könne - reiner Herstellungszeitraum. Wie lang es aber dauert, bis man mit dem Bau beginnen könne, darauf wollten sich die Zuständigen nicht festlegen.

Primär müsse nun die Geldfrage geklärt werden. Die Herstellungs- und Einrichtungskos-

ten seien ja nur ein Faktor. Auch die Betriebskosten müssten beachtet werden. Für die Stadt soll es nicht teurer werden, wenn das Museum steht: 200.000 Euro stünden dem Museum von städtischer Seite zur Verfügung. Genau so viel, wie auch das Kulturforum des Burgklosters im Moment bekommt. Die anderen geschätzten 2,3 Millionen Euro pro Jahr sollen durch Besucher und Betreiber gedeckt werden. Immerhin erwarte man eine jährliche Gästezahl von 120.000. Durch eine gezielte Vernetzung mit anderen Lübecker Einrichtungen würde man dann auch für Mehrtagestouristen attraktiver. Die Planung des Projektes sieht vor, den Bunker an der Untertrave und einen Teil der Seemannsmission abzureißen. Stattdessen sollen dort das Museumsgebäude und der Klosterzugang entstehen. Insgesamt stünde dann eine Fläche von 7.500 Quadratmetern zur Verfügung, auf der man die Ausstellung "Klerus, Kirche, Mittelalter", ein Wissensmuseum, ein Europaforum, archäologische Funde und drei Räume mit nachgebildeten Lübecker Szenen finden wird. Letztere sollen den Besucher in die Hansezeit saugen und sie lebendig machen. Eine Lübecker Straßenszene von 1229, die Hansestation in Novgorod 1293 und der Hansetag in Lübeck im Jahr 1498 seien geplant. Besonders lege man auch Wert darauf, die freigelegten Funde intelligent in das Museum zu integrieren. Auch sollen die Besucher die Möglichkeit bekommen, in verschiede mittelalterliche Rollen zu schlüpfen - Bettler, Mönch, Händler... - und an eigenem Leibe deren Leben und Handeln zu erleben.

Kurzgefasst basiert das Konzept, an dem auch viele Wissenschaftler und Experten Lübecks mitwirkten, auf fünf tragenden Säulen: der Archäologie, den Hanse-Inszenierungen, der Kirche im Mittelalter, dem "Wissensmuseum Hanse-Labor" sowie dem Forum Europa. fem

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