Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 15. Januar 2008

CDU - Sparbeschlüsse

bei Jugendhilfe sind unverantwortlich

SPD

V.i.S.d.P.: Peter Reinhardt

Während die Bundes-CDU zweifelhafte Erziehungsmaßnahmen fordert, streicht die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft 1 Million Euro bei der Jugendhilfe / Hilfen zur Erziehung im Lübecker Haushalt. Sie beauftragt die Verwaltung diese Streichungen unter Missachtung geltender Gesetze umzusetzen, indem Sie Ausschreibungen beschließt, die durch höchstrichterliche Entscheidungen bereits als rechtswidrig festgestellt worden sind. Wenn die CDU glaubt, dass die Erhöhung der Jugendstrafe auf 15 Jahre die Kriminalität eindämmt, wo nach aktuell geltendem Recht bereits 10 Jahre Jugendstrafe nicht abschrecken, dann ist sie auf dem Holzweg. Die Kurzformel der CDU heißt hier: Wir schließen das Problem einfach länger weg. Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme = Fehlanzeige.

Kinder und Jungendliche müssen in ihrem sozialen Umfeld zurecht kommen und unterstützt werden und nicht in Erziehungscamps, abgeschirmt von der realen Wirklichkeit, die sie spätestens nach ihrer Rückkehr wieder einholt, weggesperrt werden.

Deshalb fordern wir seit Langen ein Gesamtkonzept für Lübeck:

1) Ausbau der Kinderbetreuung/insbesondere für Kinder unter 3 Jahren

2) Frühe Hilfen für Familien

3) Sprachförderung/Frühförderung bereits in den Kindertagesstätten

4) Ein längeres, gemeinsames Lernen - mehr Gemeinschaftsschulen für Lübeck

5) Gleiche Startchancen für alle Kinder - Bekämpfung der Kinderarmut

6) Ausbildungsinitiativen für alle Jugendlichen

7) Eine Verwaltungsorganisation, die sich an den Entwicklungsphasen eines Kindes orientiert

Eine CDU, die meint, dass mit 100.000 Euro für einen Sozialfonds die Kinderarmut nachhaltig bekämpft ist und das soziale Gefüge in der Stadt wirksam gestärkt würde, handelt völlig verantwortungslos.

Autor: Jan Lindenau

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