Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 14. Juli 1998

Hilfe bei der Qual der Wahl

Neuer Lehrgang eröffnet benachteiligten Jugendlichen Berufsperspektiven

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Carola Benecke, Michael Meyer und Ramona Malessa (v.l.) haben sich für eine Tätigkeit in der BALI-Küche entschieden; Foto: C. Przywara

Für Jugendliche, die bislang ohne Erfolg versucht haben, in das Berufsleben einzusteigen, gibt es jetzt einen Lehrgang. "Arbeit und Qualifizierung für (noch) nicht ausbildungsgeeignete Jugendliche" (AQJ) heißt das ArbeitsamtProjekt, das vom Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum Lübeck-Innenstadt (BALI) organisiert und von der Bundesanstalt für Arbeit gefördert wird. Das Ziel ist, daß die jungen Leute nach spätestens einem Jahr eine Ausbildung beginnen oder einen festen Arbeitsplatz bei einer Firma oder einer der beteiligten Institutionen finden.

"Die Bildungsmaßnahme ist stark an der Arbeitswelt orientiert, aber die Jugendlichen bewegen sich in dieser Zeit noch in einem Schonraum", erklärt Ursula Redecker, Bereichsleiterin Jugendarbeit. Sie sollen in dieser Zeit Zukunftsperspektiven für sich entwickeln.

Fähigkeiten erkennen

Die Qualifizierungsmaßnahme für junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren bietet sich an für Jugendliche, die ihre Lehre abgebrochen haben, aber auch für Schulabgänger mit schlechtem Zeugnis oder für Heranwachsende, die bislang nur gejobbt haben, sich nun aber (weiter-) qualifizieren wollen. Teilnahmeberechtigt sind ebenfalls Ausländer mit Sprachproblemen oder junge Frauen mit Kindern, die versuchen, im Berufsleben Fuß zu fassen.

Es stehen zwölf bis maximal 62 Plätze zur Verfügung, Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen unter den Rufnummern 7990412, 7990416 oder 799 04 10. An der Maßnahme beteiligen sich neben dem BALI das Bugenhagen Berufsbildungswerk Timmendorf, die Fahrradwerkstatt Leihcycle, der Internationale Bund für Sozialarbeit mit dem Streetworkprojekt in St. Lorenz, Limone (türkische Mädchenarbeit) und In Via (arbeitsweltbezogene Mädchenarbeit Moisling) sowie die Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (gab).

In den ersten vier Wochen des Lehrgangs wird in einem Einführungskurs herausgefunden, wofür sich die Jugendlichen interessieren - und wo ihre Fähigkeiten liegen: anhand von Informationsmaterial über verschiedene Ausbildungen, durch Gespräche mit Experten und mit Schnuppertagen in den 20 verschiedenen Werkstätten der beteiligten Institutionen. Am Ende dieses "tip" (testen - informieren - probieren) genannten Kurses sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herausgefunden haben, wo sie am liebsten lernen wollen. Nach einem Bewerbungstraining folgt das Praktikum in den Betrieben ihrer Wahl.

Das Praktikum wird vergütet

Andreas Stachowski, Koordinator des neuen Projekts: "Wir orientieren uns an den Jugendlichen. Wir geben ihnen nur den Rahmen, den sie brauchen, um sich ihren Weg ins Berufsleben zu ebnen." Für ihre Arbeit in den Betrieben ihrer Wahl erhalten die Lehrgangsteilnehmer jeden Monat eine Vergütung in Höhe von 500 Mark.

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