Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. April 2019

Ausgabe vom 29. Januar 2008

Wird Lübeck staufrei bis 2015?

Ehrgeiziges Projekt lässt hoffen - Lindenteller soll erste Maßnahme sein

Der von der CDU initiierte Bürgerschaftsauftrag "Lübeck - staufrei bis 2015" trägt erste Früchte. Vergangene Woche stellten Bürgermeister Bernd Saxe, Bausenator Franz-Peter Boden (SPD), Prof. Dr. Bernd Rohwer (IHK zu Lübeck), Günther Meienberg und Ministerial-Dirigent Verkehrsministerium Kiel Empfehlungen der Planungsbüros vor. Insgesamt 34 Punkte zur Verbesserung der Vekehrslage in der Hansestadt sollen in den nächsten Jahren abgearbeitet werden, 18 von ihnen bis zum Jahr 2010, der Rest bis 2015. Im Vordergrund der Maßnahmen steht der Lindenteller, der sich gerade im Berufsverkehr immer wieder als Nadelöhr herausstellt. "Eine völlige Staufreiheit wird es vermutlich nie geben können, aber eine deutliche Minimierung", erklärt Bernd Saxe. Ein "ehrgeiziges Ziel" nannte Günther Meienberg die Maßnahmen. "Lübeck hat in der Tat ein Stauproblem, Verkehrsminister Austermann stand selbst oft genug hier im Stau", so Meienberg weiter. Er stellte in Aussicht, dass das Land die Maßnahmen mit bis zu 85 Prozent fördern könne. An den Gutachten-Kosten von 100.000 Euro beteiligte sich das Land bereits mit der Hälfte, die anderen 50.000 Euro teilten sich die Stadt und die IHK. Bernd Rohwer "Um Lübeck herum ist mit dem Ausbau der A 20 und der B 207 ein `Verkehrs-Drehkreuz' des Nordens entstanden. Doch in Lübeck besteht großer Handlungsbedarf".

Der Maßnahmenkatalog soll am 4. März der Bürgerschaft vorgelegt werden, die Punkt für Punkt beschließen muss. Ab dem 5. März könnte dann quasi mit der Umsetzung begonnen werden. Um die angespannte Verkehrssituation des Lindentellers zu verbessern, wollen die Experten die Moislinger Allee von der Lachswehrallee bis zur Zufahrt Lindenteller dreispurig ausbauen, den Verkehr des Knotenpunktes mit Ampelanlagen steuern und einen separierten Linksabbiegestreifen Richtung Willy-Brandt-Allee schaffen, um den Verkehrs-Abfluss vom Lindenplatz zu beschleunigen. Geplant ist ebenso eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer über den Stadtgraben, deren Bau die Bürgerschaft bereits heiß diskutierte, aber noch kein grünes Licht gab. Auch soll Anfang auf der Fackenburger Allee ein Rechtsabbiegestreifen Richtung "Bei der Lohmühle" den Verkehrsstrom entflechten. Die Ampel-Anlagen am Holstentorplatz sollen optimiert werden, um den Abfluss vom Lindenplatz und aus der Possehlstraße zu erhöhen. Geprüft werden soll ebenso eine Signalisierung des Berliner Platzes. Wirkliche Abhilfe bringt nach Meinung der Verkehrs-Experten jedoch nur ein neues Verkehrsleit-System, wie es jetzt für die A 1 vorgesehen ist: Autos und LKW's auf der A 1 sollen über den Anschluss Bad Schwartau und Posener Straße zur Nordtangente geführt werden.

Eine weitere erfreuliche Mitteilung machte Ministrial-Dirigent Günther Meienberg zum Thema Herrentunnel: "Wir stehen im engen Kontakt mit dem Bundesverkehrsministerium, um eine mögliche Mautfreiheit für den Tunnel zu erreichen". Allerdings werde eine einfache Übernahme durch den Bund sehr schwierig werden. "Wir suchen nach Lösungen". Momentan nutzen rund 20.000 Fahrzeuge den Herrentunnel pro Tag. Die Experten schätzen, dass zirka 13.000 Fahrzeuge auf die Autobahn ausweichen, um sich die Maut zu sparen.

Die Gutachtervorschläge werden von der CDU wie der SPD gleichermaßen begrüßt: Die CDU ist stolz darauf, das Projekt angeschoben zu haben; die SPD sieht in den Vorschlägen eigene Ideen - wie die Brücke über den Stadtgraben oder der Rechtsabbiegerspur von der Fackenburger Allee zur Lohmühle. msn

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