Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 21. November 2017

Ausgabe vom 29. Januar 2008

Rekordbeteiligung bei "Jugend Musiziert"

184 Teilnehmer beim Regionalwettbewerb - Unübersehbare Organisationsmängel

Mit einer Rekordbeteiligung ging der Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" für die Nachwuchsmusiker aus Lübeck und den Nachbarkreisen am Sonntag; 20. Januar, in Lübeck zu Ende. Mit 184 Teilnehmern in 170 Wertungen hatten sich so viele junge Musiker an dem zweitägigen Wettbewerb beteiligt, wie noch nie zuvor.

Doch nicht nur die Leistungsbreite hat sich erweitert, auch die Spitzenleistungen haben deutlich zugenommen. Deutlich sichtbar war das in den oberen Altersklassen der Klavier-

solisten, wo hohe Punktzahlen nur so purzelten. "Unglaublich, was diese jungen Leute heute leisten", lobte eine Musiklehrerin die Vorträge der Teens. Die gesehenen und vor allem gehörten Leistungen waren "semiprofessionell". Viele der gemeldeten Nachwuchskünstler aus Stormarn, Ostholstein, Lauenburg und Lübeck, die bei diesem Regionalentscheid in den beiden Lübecker Musikschulen am Rosengarten und an der Kanalstraße zu sehen waren, hätten durchaus das Zeug zu einer großen Musikerkarriere, wenn sie in den kommenden Jahren einen ähnlichen Übungsfleiß an den Tat legen würden und ihr Potential noch weiter ausschöpfen könnten.

Den jungen Teilnehmern wurde viel abverlangt. Klassische Programme mit einer Dauer von bis zu 25 Minuten - vielfach auswendig vorgetragen und mit einem hohen technischen Können - stellten dezidierte Anforderungen an Intonation und Tonpräzision. Derartige Leistungen sind nur möglich mit einer langen Vorbereitungszeit, die teilweise tägliches mehrstündiges Üben von den Schülern verlangt. Hinzu kommen eine hohe Frustrationstoleranz und Disziplin als Voraussetzung, um auf einem derartigen Niveau spielen zu können.

Für den Nachwuchs der Lübecker Musikschulen und Privatlehrer stellt der Regionalwettbewerb, der jährlich im Januar stattfindet und für die Besten ein Zwischenschritt zum Landeswettbewerb darstellt, ein Schaufenster der Nachwuchsarbeit dar. Von den 170 Wertungen erreichten 30 eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb (23 Punkte und mehr). Zehn erreichten die Spitzenpunktzahl von 25 Wertungspunkten und können sich durchaus Hoffnungen machen, auch beim Landeswettbewerb einen ersten Preis zu erreichen und zum Bundeswettbewerb geschickt zu werden.

Die Präsidentin des Landesmusikrates Schleswig-Holstein, Christine Braun, nahm am Sonntag auch den Wettbewerb in Lübeck vor Ort in Augenschein. "Die Leistungsbereitschaft nimmt wieder zu", berichtete sie. In allen fünf Regionalwettbewerben habe es in diesem Jahr Rekordmeldungen und Rekordergebnisse geben. Noch nie zuvor hätten derart viele Kinder einen ersten Preis und eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb erhalten. "Dies ist eine erfreuliche Entwicklung", so Braun, die aber auch ihre Schattenseite habe. "Die Schere klafft immer weiter auseinander", hat sie festgestellt. Zum einen sei Leistung wieder gefragt in den bildungsnahen Bürgerschichten, die ihren Kinder einen langjährigen und teuren Musikunterricht ermöglichen und zwischen den bildungsfernen Familien, in denen immer weniger gesungen und musiziert werde. Dies sei eine bedenkliche Entwicklung, der mit aller Macht entgegengewirkt werden müsse.

Der 1963 gegründete Wettbewerb steht unter der Trägerschaft des Deutschen Musikrats und der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. In Lübeck ist er - ungeachtet der aktuellen guten Leistung - etwas in die Jahre geraten. Im Vorfeld gab es weder Werbung, noch Plakate, noch

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de