Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 14. Juli 1998

Casino: Jury hat entschieden

Bauantrag im Oktober - Weitere Millionen-Investitionen in Travemünde

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So wird der neue Hotelanbau (Bildmitte) am Casino aussehen; Skizze: Architektenbüro

Die Entscheidung für den Umbau des Casino-Komplexes im Stadtteil Travemünde ist gefallen: Die Jury entschied sich für den überarbeiteten Entwurf der Lübecker Architektengruppe Mai,Zill, Kuhsen (die SZ berichtete). Und noch eine gute Nachricht verkündete Bürgermeister Michael Bouteiller am Donnerstag vor den Mitgliedern des Arbeitskreises "Pro Travemünde": Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden 200 Millionen Mark in die Verschönerung des Ostseeheilbades investiert.

Arkaden und ein schlichter Mittelteil verbinden das historische Casino-Hauptgebäude mit dem modernen 140-Betten Hotelanbau. "Die Neugestaltung besticht durch behutsame, klare und einfache Strukturen", begründete Senator Dr. Volker Zahn die Juryentscheidung. Alt und neu seien unter stadtplanerischen Gesichtspunkten "erstklassig miteinander verbunden worden". Die Funktionsfähigkeit im Innenleben war dabei von entscheidender Bedeutung. Das ursprünglich im Keller geplante Schwimmbad wurde im neuen Plan jetzt seeseitig angelegt. "Dieses neue Konzept rechnet sich", ist sich Zahn sicher.

Bauantrag im Oktober

"Die Investoren haben jetzt eine konkrete Planungsgrundlage", freut sich Claus Spitra, Geschäftsführer der Firma Primarc Developments aus Hamburg, die von der Hansestadt mit der Revitalisierung des alten Casinokomplexes beauftragt worden war. "Unser Ziel ist, bis Oktober den Bauantrag zu stellen. Damit würden wir trotz der Verzögerung unseren ursprünglichen Zeitplan einhalten." Baubeginn könnte dann im Frühjahr 1999 sein, die Fertigstellung ist für September 2000 vorgesehen. Durch den Casino-Umbau fließen Gelder in Höhe von 50 Millionen Mark nach Travemünde. Die Investoren sind Hamburger Kaufleute und eine deutsche Großbank.

Die Freude über die Juryentscheidung ist allerdings nicht ungeteilt. Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der CDU und erste stellvertretende Stadtpräsident, Peter Sünnenwold, hält den Entwurf für eine "Verunstaltung der Promenade". Der Hotelneubau werde wie ein Schuhkarton an den alten Teil des Casinos "angebackt", so Sünnenwold.

In den nächsten fünf Jahren sind weitere Projekte geplant, um die Attraktivität des Stadtteils zu steigern. Die Umgestaltung des Kurhauses bedeutet eine Investition von 30 bis 50 Millionen Mark, der seit Jahrzehnten geplante Ausbau der Vogteistraße rund 20 Millionen Mark, die Neugestaltung der Vorderreihe und der Kurgartenstraße 15 Millionen Mark.

Ein neues Verkehrskonzept

Ein weiteres Großprojekt ist der Bau eines Feriendorfes auf dem Priwall mit einem Investitionsvolumen von 60 bis 80 Millionen Mark. "Der städtische Anteil wird 15 bis 20 Prozent der Gesamt- investitionen betragen", schätzt Bürgermeister Bouteiller. Bei allen Planungen werde auch die dringend notwendige neue Verkehrsführung berücksichtigt, bekräftigte Zahn. "Das neue Verkehrskonzept mit der Schaffung neuen Parkraums steht". Der erste Schritt dazu: Ende 1998 soll der Bebauungsplan für die Vogteistraße fertig sein, Baubeginn ist dann Ende 1999.

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