Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 14. Juli 1998

Segelveranstaltung als Flaggschiff der Werbung

Travemünder Woche: Stadt und Veranstalter wollen gemeinsam ein Zukunftskonzept entwickeln

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Segler kehren mit Spinnakern von der Regatta zurück; Foto: H. Müller-Wedig

Wenn am kommenden Freitag die 109. Travemünder Woche beginnt, dann ist die Arbeit der Organisatoren weitgehend abgeschlossen. Sie schauen bereits in die Zukunft: Wie geht es weiter mit der mittlerweile zweitgrößten internationalen Segelveranstaltung der Welt? Weltmeisterschaften, Europa- meisterschaften und Wettkämpfe der olympischen Klassen werden in der Lübecker Bucht ausgetragen. Aber angesichts der wachsenden Konkurrenz (Kieler Woche, Warnemünder Woche) genügt es nicht mehr, nur hochkarätige Wettfahrten anzubieten. Die Teilnehmer erwarten auch angemessene Rahmenbedingungen. Dazu gehören Übernachtungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Preiskategorien der Beherbergungsbetriebe oder ein Platz auf einem nahe gelegenen Zeltplatz. Zum anderen gehört dazu aber auch ein ansprechendes Veranstaltungsprogramm, denn die Segler wollen ihre Siege mit den Besuchern feiern.

Segler brauchen mehr Platz

"Grundsätzlich muß ein zukunftsorientiertes Konzept für die Travemünder Woche zwischen der Hansestadt Lübeck und dem Lübecker Yacht-Club entwickelt werden" weiß auch Klaus-Dieter Schulz, Bereichsleiter Schule und Sport. In diesem Konzept müßten die genannten Punkte langfristig geregelt werden. Eingebunden werden müßte darin auch die Neugestaltung des Inneren Kurgebietes und des Priwalls, so Schulz.

Tatsächlich gibt es Diskussionsbedarf: Während die Segler früher mit einfachen Zelten zu den Veranstaltungsorten reisten, kommen die meisten heutzutage mit Wohnmobil und umfangreichen Gepäck. Außerdem nehmen immer mehr Segler an den Regatten teil. Mit anderen Worten: Es wird mehr Platz für die Aktiven benötigt - und der sollte in der Nähe der Regattastationen liegen, damit die Informationswege kurz bleiben. Außerdem wollen die Segler ihr Boot jederzeit schnell erreichen können.

Bisher nur eine Notlösung

In Travemünde behilft man sich seit Jahren mit einer Notlösung: Auf dem Parkplatz Leuchtenfeld wird für eine Woche mit viel Aufwand und hohen Kosten ein Zeltplatz eingerichtet, wohl auch deshalb, weil Containerlösungen zu teuer sind.

Durch die geplanten Umgestaltungen des Inneren Kurgebietes würde aber der Parkplatz Leuchtenfeld nicht mehr zur Verfügung stehen. Und Ausweichflächen in der Nähe der Regattastation wären dann nur noch in den Grünanlagen vorhanden, beispielsweise im Dr.-Zippel-Park.

"Wir wünschen uns, daß innerhalb der Stadt ein politischer Wille zur Zukunft der Travemünder Woche gebildet wird, der dann umgesetzt wird", fordert Claus-Dieter Stolze, Geschäftsführer des Lübecker Yacht-Clubs. Immerhin: Erste Gespräche zwischen den Vertretern der Stadt und Clubmitgliedern hat es in dieser Frage bereits gegeben.

Mit der Zukunft der Travemünder Woche ist auch die des Ostseeheilbades eng verknüpft. Die Travemünder Woche ist das Hauptereignis des Jahres. Tausende von Tages- und Übernachtungsgästen kommen wegen dieser Veranstaltung an die Ostsee. Dabei sind es überwiegend junge Menschen, die von der sportlichen Veranstaltung angezogen werden - eine Zielgruppe, die das Ostseeheilbad dringend braucht und um die es seit langem aufwendig wirbt.

"Die Travemünder Woche soll künftig das Flaggschiff für die Tourismus-Werbung sein" unterstreicht Johann W. Wagner, Lübecks Tourismusdirektor. "Wir müssen die Organisation professionalisieren, um die größte und bedeutendste Veranstaltung Lübecks sowohl in sportlicher als auch in touristischer Hinsicht im Markt zu positionieren."

Auf der "boot" dabei

Die häufig in Frage gestellte Teilnahme an der internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf, auf der sich in den zurückliegenden Jahren die Stadt und der Yacht-Club gemeinsam präsentierten, ist für 1999 kein Thema. Im Gegenteil: "Wir werden uns stärker denn je in Düsseldorf engagieren", betont Wagner. Die Teilnahme an der weltgrößten Messe für alle Wassersportler ist für die Stadt und das Segelereignis wichtig, um sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Hier würden die Kontakte zu Aktiven und Sponsoren aufgebaut und hier träfen sich alle internationalen Veranstalter von Segelwettbewerben. Besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Konkurrenz werde dieser Auftritt in der

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