Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 24. Juni 2008

Unser Stadtteil wird sauber

Pilotprojekt in Moisling gestartet - Lebensqualität soll verbessert werden

"Unser Stadtteil wird sauber" lautet der Titel eines Pilotprojektes, mit dem die Hansestadt Lübeck die Verbesserung der Umgebungspflege testen will. Die Auftaktveranstaltung im Rahmen des "Bündnisses für Sauberkeit", an dem sich neben der Hansestadt verschiedene Träger und Institutionen beteiligen, fand am Dienstag, 17. Juni, bei der Vorwerker Diakonie im Ortsteil Moisling statt.

Ziel des Projektes ist es, die Wohnungs- und Lebensqualität in als besonders belastet geltenden Wohnquartieren zu verbessern, indem der allgemeine Sauberkeitszustand in der Wohnumgebung gravierend angehoben wird. Dabei soll erprobt werden, ob ein einmal vorgegebener und erlebbarer Standard Einfluss auf das aktuelle Verhalten der Bewohner hat. Hierzu wird in einem ausgewählten, klar abgegrenzten Gebiet für die Dauer des Projektes durch eine tägliche Reinigung und Kontrolle ein hoher Sauberkeitsstandard vorgegeben.

Die Initiatoren des Projektes gehen davon aus, dass eine eng begrenzte Personengruppe innerhalb der Bewohnerschaft wesentlicher Verursacher der derzeitigen Situation ist. Für einen dauerhaften Erfolg dieses Projektes ist es entscheidend, ob das Verhalten dieser Personen durch von Ihnen alltäglich erlebbare Veränderungen beeinflusst wird, und ob auch hier eine Wertschätzung für ein sauberes Wohnumfeld entwickelt werden kann.

"Keiner weiß, wie das Projekt ausgeht", räumte Projektleiter Felix Köster beim Start des Vorhabens ein. "Es gibt aber durchaus eine Chance auf eine Verhaltensänderung. Und dies ist jeden Versuch wert ."

Dem konnte Lübecks Innen- und Umweltsenator Thorsten Geißler nur beipflichten. "Wir werden in diesem Quartier ab sofort so gut sauber machen, dass dies niemand übersehen kann", sagte er. Es handle sich dabei um ein "Intensivkonzept", das den Gedanken des "Broken Windows"- Konzept aus New York aufgreife. "Wo ständig viel Schmutz und Verwahrlosung herrsche, komme auch ständig neuer Schmutz und neue Verwahrlosung hinzu", erläuterte er.

An dem Projekt beteiligen sich 15 eigens für diese Aufgabe eingestellte Beschäftigte. Dafür wendet die Arbeitsgemeinschaft Lübeck (ARGE) rund 175.000 Euro auf, eine Summe, die ARGE-Sprecher Markus Dusch für sinnvoll investiertes Geld hält. Denn die Gewinner dieses Projektes seien sowohl die Anwohner, die ein angenehmes und sauberes Wohnumfeld erhielten, als auch 15 Beschäftigte, die nach langer Arbeitslosigkeit jetzt wieder in eine sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte Arbeitstelle gekommen seien. fem

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