Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 01. Juli 2008

Kostenfreie Speisungen reichen nicht

Bündnis 90 / Die Grünen

Kinder gehen immer häufiger mit knurrendem Magen in die Schule. Das ist nur ein Anzeichen dafür, dass sich Kinderarmut in Deutschland dramatisch zuspitzt. Aber kostenfreie oder ermäßigte Mahlzeiten in Schulen oder in Kindergärten reichen allein nicht aus, um Kinderarmut zu bekämpfen.

Die Armut zeigt sich nämlich in allen Lebensbereichen. Die Regelleistungen für Kinder reichen weder für eine gesunde Ernährung, noch für ausreichende Kleidung, ganz zu schweigen von den besonderen Aufwendungen für Schulmaterial, die Busfahrkarte oder den Schulausflug. Um die materielle Armut von Hartz-IV-Kindern zu beseitigen, müssen endlich die Regelleistungen auf ein Niveau angehoben werden, das den tatsächlichen Bedarf sichert. Aber darauf müssen arme Kinder wohl noch lange warten.

Solange die Bundesregierung nichts unternimmt, ist die Stadt verpflichtet, mit eigenen Maßnahmen die Not der Kinder zu lindern. Bisher verhinderte die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit eine wirksame Bekämpfung der Kinderarmut in Lübeck.

Nach der Kommunalwahl haben sich jedoch die Mehrheitsverhältnisse geändert und ChristdemokratenInnen haben im Stadtparlament nicht mehr das Sagen.

Jetzt können soziale StadtpolitikerInnen endlich etwas gegen Kinderarmut unternehmen und dafür sorgen, dass bedürftigen Kindern und Jugendlichen die Kosten für den Schulbedarf, die Einschulung, die notwendigen Fahrten von der Wohnung zur Schule, die Teilnahme an den Mahlzeiten und die Betreuung in der Schule oder im Kindergarten erstattet werden.

V.i.S.d.P.: Katja Mentz

Autor: Rolf Klinkel

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