Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 14. Juli 1998

Theaterporträts

Ein Spezialist

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Ludwig Pflanz; Foto: TL

Dirigent Ludwig Pflanz

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Kapellmeister Ludwig Pflanz

Ludwig Pflanz ist ein Mann, der das Leichte ernst nimmt:Seit 1981 ist der Kapellmeister am Lübecker Theater und hat sich hier zum Spezialisten für Operette und Musical entwickelt. In der abgelaufenen Spielzeit waren "Die Fledermaus" und "Kiss me, Kate" die Produktionen, die seine Handschrift trugen. "Kiss me, Kate" kommt in der nächsten Saison wieder, dazu gesellen sich dann "Anatevka" und die Studio-Oper "Greek" in den Kammerspielen.

Natürlich hat er "jede Menge Oper dirigiert", besonders die französische. So war es ihm ein großes Ver-gnügen wie eine Herzenssache, jüngst "Hoffmanns Erzählungen" zu leiten - nicht zuletzt, weil auch Anthony Pilavachis Inszenierung und Jutta Delormes Ausstattung stimulierten.

Zwar fehlen dem Augsburger Pflanz in Lübeck die Berge, Biergärten und Barockkirchen der Heimat sowie die Nähe zu Italien, "aber dieses Manko wird längst aufgewogen durch die Schönheit Lübecks und seine Standortvorteile". Vor allem das helle Sommer-Abendlicht des Nordens wirkt auf ihn "wie eine Droge". Und das ist der Grund dafür, weswegen er die Ferien im Süden verkürzt, um seit vier Jahren bei den Eutiner Sommerspielen mitzuwirken. Diesmal ist es die Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig", die ab 22. Juli unter seiner Leitung auf dem Programm steht.

Inzwischen ist auch "die sehr befruchtende Arbeit an der Musikhochschule" dazugekommen. Hier gehört er zu den wenigen Dozenten, die im aktiven Theaterleben stehen und so ihr Wissen aus der Praxis vermitteln können. Joseph Haydns Hof-Oper "Die wüste Insel" ist das jüngste Projekt, das am 17. und 18. Juli noch zwei Vorstellungen im Innenhof der Hochschule erlebt - und diese hoffentlich auch im geliebten Abendlicht der Lübecker Wahlheimat. Am Theater hat er auf jeden Fall einen Wunsch: Er möchte wieder einmal eine schmissige Offenbach-Operette leiten.Güz

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