Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 15. Juli 2008

Guter Tag für gute Tat - Auch in Lübeck

Freiwilliger Sozialer Tag 2008 für Hilfsprojekte im Balkan

"Helden bitte melden", lautete das Motto des Sozialen Tags 2008 am 8. Juli. Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel beteiligte sich auch die Lübecker Holstentor-Realschule an der Aktion. Diplom-Sozialpädagogin Helena Kolossa: "239 Schülerinnen und Schüler unserer Einrichtung haben sich am diesjährigen Sozialen Tag engagiert und damit Geld für Hilfsprojekte im Balkan verdient." Bei einer Gesamtzahl von 546 Schülern, von denen die zehnten Klassen bereits verabschiedet waren, sei das ein sehr guter Schnitt.

Organisiert wird der Soziale Tage vom Verein "Schüler Helfen Leben". Ob Blumen gießen oder Wände weißen: Die Schüler suchen sich für einen Tag einen Job, die Unternehmen stellen die "Helden" ein und der Lohn geht direkt auf das Aktionskonto des Vereins. Dafür haben die Schüler an diesem Tag keine Schule. Die Teilnahme ist freiwillig und nicht jeder findet einer Anstellung. Für diese Schüler findet dann wie gewohnt Unterricht statt.

"Die Beteiligung in den kleinen Klassen ist deutlich höher", resümiert Helena Kolossa. Sie bemängelt jedoch, dass die Arbeitsverträge in diesem Jahr sehr spät kamen und so auch kurzfristige Absagen kamen. Im letzten Jahr sei es wiederum schwierig für jüngere Schüler gewesen, da diese damals noch nicht arbeiten durften.

"Wir hatten überwiegend positive Rückmeldungen", sind sich Schulleiter Jörg Senkspiel und Helena Kolossa einig. Dieser Tag sei aber immer eine kleine Herausforderung für die Schule und eine wichtige Chance für die Schüler, soziale Verantwortung zu übernehmen. Dabei käme natürlich auch die Berufsorientierung nicht zu kurz.

Marc-Oliver Krüger besucht die achte Klasse der Holstentor-Realschule. Er hat am Sozialen Tag seinen Großeltern im Garten geholfen und somit 30 Euro für die Hilfsprojekte verdient. "Ich habe Büsche rausgerissen, Blumen geschnitten, das Wasser des Teichs erneuert." Die Aktion habe ihm Spaß gemacht, aber das nächste Mal würde er eher in einem Betrieb arbeiten wollen, erklärt der 14-Jährige. "Man will ja auch etwas Abwechslung, wenn man schon kein Schule hat."

Ebenfalls mit Pflanzen hatte Jennifer Dettmann zu tun. Die 16-Jährige hat am Sozialen Tag von 9 bis 16 Uhr in einer Blumenboutique gearbeitet. Sie konnte am Ende des Tages

28 Euro beisteuern. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, zumal ich vorher bereits ein Floristikpraktikum hatte." So sei der Tag lustig und abwechslungsreich gewesen, habe sie aber auch in ihrem Berufswunsch bestärkt: "Eigentlich möchte ich Erzieherin werden, aber mit diesen Erfahrungen nehme ich Floristin als Alternative.", so die Neuntklässlerin.

Kevin Bulschak geht in die siebte Klasse. Er hat seinem Vater, einem Handwerker, auf der Baustelle geholfen. Der 14-Jährige Schüler ist begeistert: "Ich finde die Aktion toll, würde auf jeden Fall wieder mitmachen, denn so kann man endlich mal sehen, wie und was die Eltern arbeiten." Für seinen Arbeitseinsatz - Maße nehmen, Bauschmutz beseitigen - hat der Junge 48 Euro verdient. Bei sechs Stunden Arbeit eine beträchtliche Summe.

"Ich habe bei meinem Vater gearbeitet", berichtet Philipp Naujoks. Der Vater des 13-Jährigen ist als Dekorateur selbstständig und brauchte eine Hilfe für sein Büro: "Ich habe das Büro meines Vaters aufgeräumt und danach alte Akten vernichtet. Für meinen Einsatz bekam ich 20 Euro", erzählt der Siebtklässler stolz. Danach hat der Schüler bei der AG Schülercafé mitgewirkt - auch diese Einnahmen gingen auf das Konto des Vereins "Schüler Helfen Leben". fem

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