Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. Oktober 2017

Ausgabe vom 29. Juli 2008

Gefährdung durch den Tatort Schönberg

Bündnis 90 / Die Grünen

"Stoffe dürfen nur so gelagert oder abgelagert werden, dass eine schädliche Verunreinigung des Grundwassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften nicht zu besorgen ist", heißt es in § 34 Wasserhaushaltsgesetz. Damit hat der Gesetzgeber einen vorbeugenden Schutz des Wassers gefordert. Behördliche und politische Stellen dürfen nicht auf einen faktischen Schadensfall warten, bis sie überzeugt sind, dass die Gesundheit der BürgerInnen auf dem Spiel steht. Abwehrmaßnahmen sind bereits fällig, wenn sachlich (wissenschaftlich) begründet werden kann, dass die Möglichkeit eines Schadens vorhanden ist. Entsprechende gutachterliche Feststellungen über die Deponie Schönberg liegen seit den 80er Jahren vor.

Anhand der geologischen Beschaffenheit der Region um Lübeck haben Gutachter fachlich begründet geschätzt, dass Schadstoffe aus der Deponie nach etwa 20 Jahren bis in das Grundwasser, aus dem unser Trinkwasser bereitet wird, durchgesickert sein können. Dass Brunnen im Osten des Stadtgebietes stillgelegt wurden und dass die Stadt Lübeck sich nach dieser Zeit jetzt um den Einkauf von Trinkwasser westlich von hier bemüht, gelten als verschiedene Vorgänge ohne Zusammenhang.

Der Schwerpunkt der Studie der Universität Greifswald liegt bei den Beschäftigten des Deponiebetriebs. Darüber hinaus wird bei Verunreinigungen des Tiefengrundwassers der Schaden unumkehrbar sein und große Bevölkerungsteile betreffen. Da diese Gefahren bestehen, haben GRÜNE und SPD in der Bürgerschaft beantragt, die Deponie stillzulegen und dann die Sanierung zu beginnen.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de