Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 26. August 2008

Zweites Kinderfest mit Besucherrekord

Maus und Mausfans begegnen im Günter Grass-Haus Kultur und Literatur

"Wir haben jetzt schon mehr Besucher, als im letzten Jahr an beiden Tagen zusammen", freute sich Jörg-Philipp Thomsa, Wissenschaftlicher Volontär des Günter Grass-Haus in Lübeck, am vergangenen Samstag Nachmittag. Was sich am ersten Tag des diesjährigen Kinderfestes andeutete, war am frühen Sonntag Abend Gewissheit: "Wir hatten knapp 1400 Besucher. Was das für ein Gefühl ist, das ist unbeschreiblich", freut sich Thomsa. Und so sei der bahnbrechende Erfolg Motivation für das kommende Jahr.

Begeisterung und Zufriedenheit - nicht nur bei den Initiatoren des Festes. Die zahlreichen Angebote, alle auf Grass und seine Werke abgestimmt, beeindruckten und faszinierten Kinder und Eltern gleichermaßen.

"Wir wollen noch mehr Familien für unsere Museen begeistern", erklärte der Geschäftsführende Direktor der Lübecker Museen, Prof. Dr. Hans Wißkirchen, die Grundidee des Kinderfestes, das auch mit Prominenten locken konnte. Am Samstag brachte Stefan Eling, Zeichner der Kinderbücher um HanisauLand, vor weit aufgerissenen Kinderaugen und mit wenigen Strichen Nilpferddame und Kanzlerin von HanisauLand Bärbel, den Ober-Hase Rainer und das brummige Wildschwein Egon zu Papier. Danach las Armin Maiwald, der vielfach ausgezeichnete Erfinder der "Sendung mit der Maus", die von Grass illustrierten Märchen Hans Christian Andersens. Am Sonntag kam die Maus höchstpersönlich im Grass-Haus vorbei und zog die Kinder magisch an.

An beiden Tagen konnten sich die Kinder auf einen Themenparcours rund um die Roman- und Bildwelten von Günter Grass begeben. Es gab die Stationen "Die Blechtrommel" (musizieren), "Das Treffen in Telgte" (verkleiden und fotografieren), "Totes Holz" (ökologisches Lernen), "Mein Jahrhundert" (malen und schreiben) und "Die Rättin" (auf einer Gutenberg-Presse drucken).

Der Eintritt und sämtliche Aktivitäten waren für alle Besucher an beiden Tagen frei. Und obendrein gab es auch noch Geschenke: Die Bundeszentrale für politische Bildung verteilte kostenloses Lernmaterial, die Stiftung Lesen verschenkte Bücher. Und wer beim Verkleiden mitgemacht hat, durfte die ausgedruckten Fotos gleich mit nach Hause nehmen. "Viele unsere Gäste waren auch im letzten Jahr schon bei uns", resümiert Jörg-Philipp Thomsa vom Grass-Haus. Und so könne man davon ausgehen, dass eine Vielzahl derer dann auch im nächsten Jahr wiederkommen würde.

Tobias Engelhardt besuchte mit seiner Familie am Sonntag das Kinderfest. Während sein Sohn Jaap Asmussen an einer Gutenberg-Presse übte, zog der 40-Jährige Bilanz: "Wir sind das erste Mal hier. Wir haben das Plakat gesehen und die Maus ist ja ein Selbstläufer - da mussten wir hin." Das Kinderfest gefalle ihm und seiner Familie sehr gut und so werde man auch im nächsten Jahr wieder vor Ort sein. "Das Fest ist ein schöner Anlass, die Hemmschwelle zu überwinden und mit Kindern in so ein Haus zu gehen", lobt der Familienvater.

Über sechs Stunden verbrachte Familie Voelz auf dem Kinderfest im Grass-Haus. Sohn Rene hat jede Station mitgemacht, den Tag richtig genossen. Mutter Wiebke Voelz findet lobende Worte: "Es ist für uns alle sehr schön hier. Es hat mir auch im letzten Jahr schon sehr gut gefallen und nächsten Jahr kommen wir auch." Sie finde es gut, dass es in diesem Jahr keinen Eintritt koste, denn so könne auch ärmeren Leuten der Besuch dieses tollen Festes ermöglicht werden.

Unterstützung fand das Grass-Haus mit der Idee des Kinderfestes unter anderem bei Michael Haukohl, Vorsitzendem der Michael-Haukohl-Stiftung. Dank gebühre aber auch dem Freundeskreis des Günter Grass-Hauses, dem Deutschen Kinderschutzbund sowie der privaten Förderin Inge Drygala. Sie alle hätten durch ihre Unterstützung das Kinderfest erst möglich gemacht.

Langfristig, so sind sich Wißkirchen und Thomsa einig, soll das Festwochenende als ein Jahreshöhepunkt im Programm des Hauses etabliert werden. fem

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