Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 14. Juli 1998

Wo bleibt die Transparenz?

Zu "Pannen bei der Umstellung". SZ vom 26. Mai

Mit der Ankündigung "Sie zahlen die Hälfte!" bewarben die Stadtwerke offenbar geplante Kostensenkungen und lieferten daraufhin im Abrechnungswesen ein Chaos sondergleichen. Nicht nur, daß von der versprochenen Kostensenkung keine Rede sein konnte, seit Ende 1997 erhält man als Kunde keine nachvollziehbare Rechnung mehr. Wo bleibt da die Transparenz? Wie soll man damit den Verbrauch kritisch überwachen und wo wird da den allgemeinen Leistungsbedingungen entsprochen?

Kundenfreundlich buchten die Stadtwerke den Betrag trotz erklärter Zahlungsverweigerung wegen fehlender Rechnung vom Konto ab, ohne daß eine Abbuchungsermächtigung vorlag.

Die Stadtwerke versuchen mit ähnlichen Methoden auch die Abfallgebühren einzuziehen. Zunächst ohne Gebührenbescheid und ohne die rechtlich vorgesehenen Rechtsmittelbelehrungen oder gar den Hinweis auf die Gebührensätze der Abfallgebührensatzung, zahlen viele LübeckerInnen Vorleistungen auf Abfallgebührenforderungen, ohne wenigstens auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen zu werden, welches sie im Falle eines Gebührenbescheides hätten und ausüben könnten.

Das Problem haben die Stadtwerke mittlerweile erkannt und mir schriftlich mitgeteilt, daß nun monatlich ein Ableser ins Haus kommt, worauf eine korrekte Rechnung erstellt werden soll. Das Prinzip hatten wir doch schon mal! ! Ist das eigentlich die beworbene wirtschaftliche Problemlösung? Wozu dann der ganze Aufwand vorab?

Wo liegt wohl die Schuld an diesem Trauerspiel? Gewiß nicht bei den engagierten MitarbeiterInnen, die nun diese Suppe auslöffeln müssen und geduldig den Bürgerfrust über sich ergehen lassen.

Dieses Fiasko ist umso unverständlicher, als sich hunderte von Versorgungsunternehmen in unserem Lande eines korrekten und funktionierenden Abrechnungsverfahrens bedienen, welches auch überwiegend als transparent und bürgerfreundlich angesehen werden kann.

J. Schulz, Lübeck

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