Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. September 2008

Erfolgreiche Nachtschicht in Lübeck

8. Museumsnacht in Lübeck erneut mit Besucherrekord beendet

Lübecks Kultur boomt. Nachdem das Kinderfest im Grass-Haus einen Besucherrekord verzeichnen konnte, hat auch die Museumsnacht am vergangenen Sonnabend an Besuchern zulegen können. Mehr Besucher als im letzten Jahr waren an den rund 30 Orten unterwegs, an denen Lesungen, Führungen, Livemusik und Tanz geboten wurden. Dieser Rekord war am Ende jedoch keine Überraschung für die Veranstalter: "Es war noch sie so voll wie heute. Wir sind sicher an der 30.000 dran", prognostizierte Helene Hoffmann, Veranstaltungsleiterin der Lübecker Museen, kurz vor Mitternacht.

"Es ist toll, dass alle mitmachen", lobt Kultursenatorin Annette Borns und gesteht: "Ich bin ein großer Fan der Lübecker Museumsnacht." Es sei beeindruckend, was die Stadt kulturell zu bieten habe. Und so eröffnete sie die Nacht mit dem bunten Programm mit den Worten: "Entdecken Sie alle Einrichtungen und Institutionen, entdecken Sie die Kulturstadt Lübeck!"

Und zu entdecken gab es viel. Weithin sichtbar, zeigten bunte Scheinwerfer den Besuchern der Museumsnacht die Eingänge zu den Gebäuden und hauchten Gärten und Ausstellungshäusern ein besonderes Ambiente ein.

Motto der diesjährigen Museumsnacht war "Menschen für Lübeck". Den Lübeckern und deren Sammelleidenschaft und Engagement seien zahlreiche Museen zu verdanken. Dazu bilde das Stadtprojekt "Mensch Bürger" mit den Sonderausstellungen "Bürgersinn" den roten Faden durch die bunte Nacht.

In dieser Nacht kamen sonst eher seltene Gäste voll auf ihre Kosten: "Die Kinder und Jugendlichen sind nicht die Besucher von morgen, sondern von heute", so Kultursenatorin Borns. Sie sei stolz darauf, dass die zahlreichen Aktionen, beispielsweise am Holstentor und am Burgkloster, ganz praktisch in die Geschichte einführten.

Je später es wurde, je eindrucksvoller die Gebäude in der klaren Spätsommernacht erstrahlten, desto voller wurde es in der Altstadt. Trauben bildeten sich vor den Eingängen. Denn auch für die "Großen" gab es viel zu sehen: In der Katharinenkirche erklang Musik über Ungreifbares, im Kulturforum Burgkloster gab es Archäologie zum Anfassen. In der Kunsthalle St. Annen kamen Krimifans bei Lesungen auf ihre Kosten, Führungen und klassische Musik lockten Besucher ins Museum Behnhaus Drägerhaus.

Das Museum für Natur und Umwelt ließ in alte Zeiten und ins Wasser abtauchen, zahlreiche kleine Galerien und Ausstellungshäuser öffneten von 18 bis 24 Uhr ihre Türen. Im Willy-Brandt-Haus konnte man Zeitgeschichte interaktiv erleben, im Brahms-Institut an der Musikhochschule akustisch und im Museum Holstentor live.

Ein zuküntiger Kandidat für die Museumsnacht stellte sich Interessenten im Schuppen 6 vor. Lübeck ist seit dem frühen Mittelalter das Tor zur Ostsee und durch seine zentrale Rolle in der Hanse ein authentischer Standort für das Europäische Hansemuseum. Ab 2012 kann dort die Geschichte der Hanse entdeckt und erforscht werden.

Ruhig und friedlich ging es in dieser Nacht in der Innenstadt zu. Es sei ja keine Veranstaltung mit Risikopotential, erklären Philipp Kummernuß und Dennis Struppek vom Sanitätsdienst der Johanniter. So seien sie auch noch beim Abschlusskonzert des SHMF in der MuK eingesetzt gewesen. Ab 23 Uhr konnten sie auf einer Bank am Behnhaus auf den Feierabend warten. Zur Sicherheit blieben sie, aber das hier sei ja kein Rockkonzert.

Beim Abschlussfest im Garten des Museums Behnhaus Drägerhaus in Zusammenarbeit mit der Overbeck-Gesellschaft war die Stimmung ausgelassen. "Es ist so voll hier. Es geht fast nichts mehr", staunt Veranstaltungsleiterin Helene Hoffmann. So voll - dass Skulpturen zweckentfremdet als Tisch genutzt wurden. Gestört hat es niemanden, denn Museen, Kunst und Kultur sollen stärker zum Alltag gehören, Hemmschwellen überwunden werden. Dieses Ziel wurde erreicht und so waren sich die Rekordbesucher am Ende der diesjährigen Lübecker Museumsnacht einig: "Wir werden auch bei der 9. Museumsnacht dabei sein." fem

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