Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. Oktober 2017

Ausgabe vom 02. September 2008

Ein "Weltmuseum" für Lübeck

Bündnis 90 / Die Grünen

Interesse an exotischen Dingen aus fernen Weltgegenden hat in Lübeck Tradition, verständlich in einer Kaufmannsstadt. Seit dem 17. Jahrhundert nachweislich sammelten Lübeckerinnen und Lübecker ethnographische Gegenstände. Die altägyptische Mumie ist mindestens seit dem Jahre 1669 bei uns. Ethnographica sind seit 1831 Bestandteil städtischer Sammlungen, erweitert durch Schenkungen und einer für die Völkerkunde initiierten und finanzierten wissenschaftlichen Exkursion nach Westafrika 1907-1909. Fotografien, Phonogramme, Aufzeichnungen und 1200 Gegenstände kamen nach Lübeck. Deutschlands beförderte damals die Plünderung von Kolonien und die Unterdrückung indigener Völker, aber auch das Interesse an überseeischen Kulturen. Heute sind wir vielfältig global verbunden durch Wirtschaft, Tourismus, Sport usw. und wir leben mit Menschen aus aller Welt zusammen, mit deren Herkunftsländern wir uns vertraut machen sollten. Die völkerkundlichen Sammlungen in Europa, darunter auch unsere sind deshalb einzigartig, weil Kolonialismus, Missionspolitik und politische Auseinandersetzungen in den jungen Ländern dort zu großen Verlusten geführt haben.

Der Mexikaner Rudolfo Groth beschenkte seine Heimatstadt 1985 mit der Sanierung und Einrichtung eines Hauses für außereuropäische Kunst. Pläne zur Zukunft des Museums sind in Arbeit. Die Kosten für: Pflege der Objekte, eine Wissenschaftlerinstelle und die Räume im Zeughaus entstehen auch ohne

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