Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 09. September 2008

Ein Radfahrplatz zum Üben

Verkehrsschulgarten am Meesenring wurde für rund 45.000 Euro saniert

Viele Eltern verspüren sicherlich ein leichtes Unbehagen, wenn sie ihren Sprössling das erste Mal allein auf dem Fahrrad in die Schule fahren lassen. Gefahren lauern quasi an jeder Straßenecke und -kreuzung; gerade der Verkehr in Lübeck ist für Radler - egal ob groß oder klein - nicht ganz ungefährlich.

Um die jüngsten Verkehrsteilnehmer auf die Anforderungen des Straßenverkehrs vorzubereiten und die Sicherheit im Umgang mit dem Rad zu verbessern, gibt es seit 1961 den Verkehrsschulgarten am Meesenring. Hier werden jährlich rund 6.000 Kinder dritter und vierter Klassen im richtigen Verhalten auf dem Fahrrad und dem Lesen von Verkehrsschildern unterrichtet. "Erst- und Zweitklässler werden äußerst selten von ihren Eltern mit dem Rad in die Schule geschickt, was verständlich ist", weiß Lübecks Fahrradbeauftragter Hans-Walter Fechtel.

Damit die zehn- bis zwölf-jährigen Kinder den Platz uneingeschränkt nutzen können, wurde er einer kleinen "Schönheits-Reparatur" unterzogen: der gesamte Platz mit einer Fläche von 800 Quadratmeter wurde neu asphaltiert, neue Abläufe zur Entwässerung gelegt, Markierungen aufgetragen und Verkehrszeichen erneuert. Die in die Jahre gekommene Signalanlage wird nachgerüstet - mit ihr betragen die Kosten der Sanierung rund 45.000 Euro.

"Fahrpraktische Übungen für Kinder werden im Land überall dort gemacht, wo es Verkehrsübungsplätze gibt", berichtet Karsten Witt von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck. Von Mai bis Oktober herrsche jeden Werktag reges Treiben auf dem Platz, gerade auch in den Ferien, in denen Extra-Kurse angeboten werden, beispielsweise der "Fahrrad-Führerschein". "Vier Kollegen absolvieren rund 500 Arbeitsstunden im Jahr", erklärt Witt weiter. Die "Kollegen" sind ausgebildete Polizei-Verkehrslehrer.

"Eine aktuelle Untersuchung von Schulwegunfällen ergab, dass 35 Prozent der verunglückten Schüler auf Fahrrädern auf ,Alleinunfälle' zurückzuführen sind", informiert der Präventionsstellenleiter. Der Landesschnitt liege bei zirka 50 Prozent. Das zeige, dass die Motorik der Lübecker Schüler und ihr Umgang mit dem Fahrrad gut sei.

Und ihre Motorik üben auch die Mädchen und Jungen der 4c der Schule Vorwerk. Sie sind aufgeteilt Gruppen: gelb, grün und rot. Verkehrslehrer Hans-Rudolf Jenßen schickt die Kinder nacheinander auf die Straße und dann in den Kreisverkehr. An der nächsten Kreuzung teilt sich die Gruppe - einige fahren nach links, die nächsten nach rechts und die anderen geradeaus. Die Schüler gucken nach links und rechts, geben Handzeichen zum Abbiegen und verhalten sich sehr aufmerksam.

"Dass es diese Verkehrsschule gibt, ist super wichtig", betont Klassenlehrerin Helga Schatz. Hier könnten die Kinder intensiv ohne Gefahren trainieren, was zu Hause auf normalen Straßen nicht möglich sei. Und: "Es zeigen sich Unterschiede der Kinder in der Sicherheit mit dem Fahrrad. Gerade unsichere Fahrer können hier mehr Praxis erlangen". msn

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