Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 16. Dezember 2017

Ausgabe vom 30. September 2008

Ungeniert weiterwurschteln?

Lübecker BUNT

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Lübeck ist so hoch verschuldet wie nie. Im städtischen Haushalt fehlen 2008 fast 150 Millionen Euro - Tendenz steigend. Und dennoch tun unsere Top-Beamten so, als gehe sie dieses Finanzdisaster nichts an. Neue Millionen für ein Kreuzfahrerterminal in Travemünde? "Kein Problem, das Geld kommt doch von der Bank." Millionengrundstückskäufe für den Hafenausbau? "Das müssen wir uns leisten." Millionen für eine völlig überflüssige Fußgängerbrücke? "Ja, wenn es die Geschäfte doch fordern." Und Millionen für ein neues Aqua Top? "Unverzichtbar für ein Seebad." Uns fällt dazu nur eines ein: Wir müssen endlich Zeichen setzen, dass wir es ernst meinen. Staatsverdrossenheit und Demokratiemüdigkeit nehmen zu. Verständlich, denn die Bürger zahlen die Zeche, die im Rathaus gemacht wird und können bislang nur wütend zusehen. Striktes Sparen ist jetzt unausweichlich. BUNT hat im jüngsten Hauptausschuss daher vorgeschlagen, dass in der Verwaltung weiter rationalisiert und eine frei werdende Senatorenstelle gestrichen wird, beispielsweise die des Bausenators, die neu besetzt werden soll. Statt teurer Alibi-Ausschreibungen soll der Bürgermeister die Fachbereiche neu schneiden und auch mal mit anpacken. Er kann das überforderte Bauderzernat umorganisieren, es mit dem Wirtschaftsressort zusammenlegen und einige Aufgaben ruhig selbst übernehmen. Lübeck kann sehr viel Geld sparen. Wer dies für unrealistisch hält, hat noch nicht begriffen, wie unrealistisch es ist, mit Millionenschulden einfach weiterzuwurschteln. Bis zur nächsten Wahl!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de