Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 07. Oktober 2008

Neues in und aus der Bibliothek

Praktische und bequeme Sitzmöbel - Musikgeschichtliche Entdeckung

"Pro Tag besuchen uns zwischen 50 und 150 Kunden", berichtet Astrid Janitz, Mitarbeiterin der Musikabteilung in der Stadtbibliothek. Diese hätten die Auswahl zwischen rund 13.000 CD's. "Vom Altertum, Barock bis neueste Popmusik ist alles dabei", so Janitz weiter. Insgesamt gebe es in der Musikabteilung zirka 50.000 Medien.

Damit die Kunden es auch gemütlich haben und in angenehmer Atmosphäre Musik auswählen können, wurde das Mobiliar aufgepeppt. Angeregt von vom Verein Frau und Kultur, der 3.000 Euro für für neue Sitzgelegenheiten stiftete, tat sich etwas in den Räumlichkeiten. "Wir wollen weg von der tradtionellen Bibliothek und hin zu mehr Aufenthaltsqualität", erläutert der Leiter des Hauses, Bernd Hatscher. So soll die Bibliothek zum zweiten Wohnzimmer werden: "Die Kunden sollen gerne herkommen".

Und den Kunden wird die neue Einrichtung sicherlich gefallen. Von der Spende von Frau & Kultur wurden drei moderne Sofas in leuchtendem Rot angeschafft. "Neben gutem Aussehen und dem farblichen Akzent legten wir Wert auf Strapazierfähigkeit und Sitzkomfort", erklärt Arndt Schnoor, Leiter der Musikabteilung. Jetzt könnten Besucher seiner Abteilung in Ruhe Musik hören und sich CD's, die sie mit nach Hause nehmen wollen, aussuchen. Zusätzlich zu den Polstermöbeln kauften die Verantwortlichen auf Bibliothekskosten sechs Ledersessel, ebenfalls in rot, und Glastische als Ablagen, um das Gesamtbild abzurunden.

"3.000 Waffeln wurden gebacken, um der Bibliothek 2.000 Euro zugute kommen zu lassen", freut sich Gundel Granow, Vorsitzende des Vereins Frau und Kultur. "Und wir würden noch mehr Waffeln backen, sollte noch mehr Bedarf an Sitzmöbeln sein", ergänzt Granow verschmitzt.

Bedeutende Entdeckung

"So ganz nebenbei" machte Arndt Schnoor in der vergangenen Woche bei Aufräumarbeiten in seiner Abteilung eine musikgeschichtlich bedeutende Entdeckung: Er fand in einem Sammelband ein Portrait des Komponisten Johann Theile (1646-1724), von dem bislang kein Bildzeugnis bekannt war. Theile, Schüler von Heinrich Schütz, schrieb unter anderem die ersten Opern für die Hamburger Gänsemarktoper und galt als einer der großen Musiktheoretiker seiner Zeit. Belegt ist, dass er freundschaftlich mit Dieterich Buxtehude verbunden war, angenommen wird, dass Theile zeitweise in Lübeck gelebt hat.

Mit der Entdeckung des Bildes konnte Schnoor ein Rätsel lösen: Auf dem Gemälde "Häusliche Musikszene" von Johannes Voorhout kann nun Dieterich Buxtehude mit hoher Sicherheit als Gambis identifiziert werden. Auf dem Bild werden neben dem Hamburger Organisten Jan Adam Reinken zwei weitere Musiker hervorgehoben. Bisher gingen Musikwissenschaftler davon aus, dass der Gambist Johann Theile und Dieterich Buxtehude die Person ist, die das Notenblatt hält. Doch eine

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de