Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ausgabe vom 07. Oktober 2008

Geschenke aus einer fernen Welt?

Die Linke

Die Linke tritt für eine Museumslandschaft in Lübeck ein, in der die Völkerkundesammlung in angemessener Form berücksichtigt wird. Es ist unumstritten, dass die Sammlung des 2007 geschlossenen Völkermuseums einen hohen kulturellen Stellenwert besitzt und dass Frau Templin hervorragende museumspädagogische Arbeit geleistet hat. Daher ist es bedauerlich, dass der histo rische Kontext in dem viele Exponate nach Lübeck gelangt sind keine Bedeutung für die Arbeit des Völkermuseums und die Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde hat. In einem Schreiben dieser Gesellschaft, in dem für die Wiedereröffnung der Völkerkundesammlung gewor- ben wird, wird erneut völlig ausgeblendet, dass Exponate, die heute diese Sammlung ausmachen, vor dem Hintergrund der Kolonialkriege in den Besitz Lübecker Bürger und so in den Bestand der Völkerkundesammlung kamen. So weist Frau Templin in den Lübeckischen Blätter von Januar 2008 mit dem Titel "Geschenkte Welten-Schätze aus der Ferne an der Trave" auf die Bedeutung der Lübecker Afrika-Expedition zwischen 1907-1909 für die Völkersammlung hin. An diesen geschenkten afrikanischen Welten klebte allerdings Blut. So schlug das Deutsche Reich zwischen 1904-1908 auf grausamste Weise Aufstände verschiedener afrikanischer Stämme und Nationen gegen die deutsche Kolonialherrschaft nieder. Für die Linke bedeutet eine mögliche Wiedereröffnung der Völkerkundesammlung, dass sich der Zusammenhang zwischen deutscher Kolonialherrschaft und Lübecker Völkerkundesammlung in der Arbeit des Völkermuseums wiederfinden muss.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen, Autor: M. Bannow-Lindtke

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