Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 14. Oktober 2008

Umfrage: Was täte Travemünde gut?

Auch die Bevölkerung diskutiert über Veranstaltungen im Kurort

"Ich finde, man braucht nichts neues, sondern muss das alte verbessern", erklärt Michaela Reckel. Die Travemünderin kann aus dem Blickwinkel von Touristen viel negatives erkennen: "Die Parkerei ist für Gäste viel zu teuer. Hunde sollten auch mal unangeleint laufen dürfen." Sie kenne viele Kurgäste, die ihre Hunde gut erzogen haben und sie gern laufen lassen würden. Die Veranstaltungen seien das geringste Übel: "Eigentlich haben wir doch ordentliche Veranstaltungen. Das Powerboot-Rennen ist attraktiv, die Konzerte sind gut und die TraWo ist einzigartig", so die 64-Jährige. Sie glaube, dass sich Travemünde bereits eine gute Identität erarbeitet habe, die es nur noch auszubauen gilt. "Was wollen wir noch groß mit neuen Veranstaltungen, die nicht an die Ostsee passen. Die Sandworld und auch das Drachenfest sind doch optimal für uns."

"Hier wird viel zu viel Trubel um und auf den Veranstaltungen gemacht, aber eigentlich ist es doch immer das gleiche", bemängelt Torsten Lübker. Der 43-Jährige lebt seit 1975 in Travemünde und weiß, wovon er spricht. "In den letzten Jahrzehnten wurde schon so viel angeboten, ich wüsste nicht, was man da noch neues machen könnte." Viel eher denke er, dass es gut täte, nicht ständig so viel anzubieten. Das würde es wieder interessant machen. "Man ist ja schon daran gewöhnt, dass was los ist und achtet dann nicht mehr drauf. Es ist nichts besonderes mehr. Wir haben ja nun auch schon fast jedes Wochenende Feuerwerk." Generell wären vernünftige Preise (Hotels, Parken, Leben) ein Schritt zu einem bessern Image. Die Überalterung des Kurortes sollte in diesem Zuge auch angegangen werden.

Gerd Klose (65) hat andere Ideen: "Wir erleben das Poweboot-Rennen mit. Das ist in Ordnung. Aber laute Veranstaltungen am Strand sind lästig." Man sollte das Niveau heben, sich der Qualität Timmendorf annähern. "Anspruchsvolle Veranstaltungen werden hier sehr gut angenommen. Wie wäre es denn mit Oper am Wasser, Geschichten am Meer und anderen Lesungen am Strand." So könne man auch die Saison verlängern. Für die Veranstaltungen mit Jugendlichen wünsche sich Klose einen besseren Ordnungsdienst.

"Travemünde ist das Massenklo für Hunde", beschwert sich Hela Wolter (63) aus Hamburg. Sie käme mit ihrem Mann Eckart häufig zu Besuch in den Kurort. "Ich wünsche mir mehr Kontrolle. Die TraWo hat mir das letzte mal sehr gut gefallen, weil viele Ordnungshüter da waren." Was man noch verbessern könne? "Das Schwimmbad und bessere Parkmöglichkeiten müssen her. Lübeck sollte mehr für Travemünde tun und Kiel mehr für Lübeck." An Hamburg könne man ja erkennen, was in gutes Verantaltungsmanagment bewirke. fem

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