Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 21. Oktober 2008

Kehlmann jüngster Preisträger

Thomas-Mann-Preis: Münchener reiht sich in Liste renommierter Persönlichkeiten ein

"Ich bin überglücklich über dieses Preis", formulierte Daniel Kehlmann am vergangenen Sonnabend. Der 33-Jährige, im Thomas-Mann-Jahr in München geborene Philosoph und Literaturwissenschaftler, erhielt als jüngster Preisträger den Thomas-Mann-Preis. Der mit 10.000 Euro datierte Literaturpreis der Hansestadt Lübeck wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die, so die Satzung, "sich durch ihr literarisches oder literaturwissenschaftliches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk Thomas Mann prägte". Als weitere Preisträger seien beispielsweise Uwe Johnson, Siegfried Lenz, Marcel Reich Ranicki, Günter Grass und Walter Kempowski genannt.

Seinen Durchbruch erlebte der junge Schriftsteller Daniel Kehlmann mit seinen Romanen "Ich und Kaminski" (2003) und "Die Vermessung der Welt" (2005). "Beerholms Vorstellung" - sein erstes Buch - veröffentlichte der in Wien und Berlin lebende Autor als 22-Jähriger. Er zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwartsliteratur und wurde bereits mit zahlreichen anderen Preisen, unter anderem dem WELT-Literaturpreis (2007) ausgezeichnet.

In der Begründung der Lübecker Jury heißt es, die Ehrung gelte einem "scharfsinnigen Essayisten und klugen Geschichtenerzähler, dessen Romane und Novellen mit artistischer Verve und in leichtfüßiger Nachfolge Thomas Manns mit Humor, Ironie und tieferer Bedeutung ihre sehr ernsten Scherze treiben".

Der erklärte Liebhaber und Kenner des Werkes Thomas Manns sieht seinen literarischen Ursprung im Schaffen des Lübecker Autors. Durch Faust belehrt, dass ein jeder Roman bereits geschrieben sei, befreite ihn Thomas Mann selbst durch die Roman-Tetralogie "Joseph und seine Brüder" vom Schreiben von Lautgedichten.

Die Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler und Vizepräsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft, Prof. Dr. Heinrich Detering, der zudem in der Jury des Thomas-Mann-Preises mitwirkt. Kehlmann habe gezeigt, dass und wie man Thomas Mann nachfolgen könne. Immer wieder fände man bei Kehlmann die für Thomas Mann typische "mehrfache Erzählbarkeit der der Welt". So müsse man sich stets fragen: "In welcher erzählten Welt befinden wir uns hier eigentlich?"

Nach der Preisübergabe trug sich Daniel Kehlmann in das Goldene Buch der Hansestadt Lübeck ein. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe "Triologue".

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