Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 21. Oktober 2017

Ausgabe vom 11. November 2008

UNESCO Weltkulturerbe erweitern

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Auszeichnung zum Weltkulturerbe erhielt Lübeck als erstes Stadtdenkmal überhaupt. Nun stellte sich heraus, dass entgegen der bisherigen Meinung aller Sachkundigen nicht die ganze Stadtinsel samt Wallanlagen, sondern nur circa Zweidrittel der Fläche Welterbebereich ist. Ein Fehler, der sich mit Zeitdruck bei der Unterschutzstellung nur unzureichend erklärt. Wichtige Bereiche wie die untere Mengstraße, die Böttcherstraße, die Becker- grube, und die untere Alfstraße wurden weggelassen. Der Welterbetitel hat zwar keine rechtliche Wirkung, ist aber ein Prädikat mit großem Prestige und hoher Bedeutung für die touristische Attraktivität. Die Anzahl der Anträge bei der UNESCO aus aller Welt und auch aus Schleswig-Holstein steigt ständig. Auch deshalb sind die Kriterien strenger geworden, z. B. werden seit 2005 ein Managementplan und eine das Erbe schützende Pufferzone mit Sichtachsen auf die Stadtsilhouette vorgeschrieben. Dafür bietet die deutsche UNESCO-Kommission einen 116seitigen Leitfaden an. Die Aufgabe ist also komplex und nicht immer ohne Konflikte mit dem Baubereich umzusetzen. Wir GRÜNE fordern deshalb Unabhängigkeit für das Welterbemanagement. Eine rechtliche Wirkung haben neben dem Denkmalschutz der Einzelobjekte die so genannten Denkmalbereiche. Seit Jahren wird die Ausweisung des Denkmalbereichs für die Altstadt als Ganzes und für die Wälle zwischen Stadt und Land hin und her geschoben. Wir fordern deshalb den Bürgermeister auf, den Denkmalbereich endgültig festzulegen und zu beschließen. V.i.S.d.P.: Monika Schedel, Autorin: Monika Schedel

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