Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausgabe vom 25. November 2008

Wer melkt hier eigentlich wen?

Lübecker BUNT

Finanzkrise allerorten: Nach den Banken und Autofirmen wollen auch unsere Stadtwerke eine Geldspritze vom Staat ergattern - in diesem Fall von der Hansestadt. Zehn Millionen Euro fehlen ihnen plötzlich in ihrer Kasse. Was liegt da näher, als kräftig in den Stadtsäckel zu langen, denken sich die SL-Chefs offenbar. "Die Anteilseigner dürfen die Kuh nicht nur melken, sie müssen ab und zu auch mal füttern", lässt sich Aufsichtsratvorsitzender Claus Möller (SPD) zitieren. Diese Anleihe in der Tierwelt halten wir für ziemlich dreist. Denn wer melkt hier eigentlich wen? Wenn überhaupt, können sich die Kunden der Stadtwerke als Gemolkene vorkommen. Denn sie zahlen monatlich die hohen Rechnungen für Gas, Wasser, Strom und Fernwärme und haben selbst keinerlei Einfluss auf die Preisgestaltung. Und auch keine Möglichkeit, ein kundenfreundliches Verhalten des städtischen Monopolisten zu erzwingen. Die Preise und damit alle Einnahmen kalkulieren niemand anders als die Stadtwerke selbst. Wenn sich plötzlich Riesen-Finanzlöcher auftun, liegt der Verdacht auf Misswirtschaft und Inkompetenz nahe. BUNT wird in den kommenden Wochen genau hinschauen, warum die Stadtwerke jetzt den notleidenden städtischen Haus halt weiter belasten wollen, anstatt mit kräftigen Gewinnen allen Bürgern zu nützen. Denn wir erinnern uns: Warum leistet sich Lübeck überhaupt ein Unternehmen "Stadtwerke"? Damit sie den Kunden günstige Versorgerkosten garantiert, günstige Bustickets ermöglicht und gleichzeitig Gewinne an den Stadtsäckel abliefert. Wenn das nicht klappt, benötigen wir nicht länger eigene Stadtwerke!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

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